Politik im Landkreis Gifhorn

Wer kann Landrat Ebel schlagen? Gifhorns SPD sucht Kandidat*innen für die Wahl 2021

Redaktion Veröffentlicht am 10.06.2020
Wer kann Landrat Ebel schlagen? Gifhorns SPD sucht Kandidat*innen für die Wahl 2021

So sah’s beim Tag der offenen Tür 2017 im Gifhorner Schlosshof aus – so viel ist wegen der Corona-Pandemie dort zurzeit nicht los. Das historische Gemäuer ist Amtssitz von Gifhorns Landrat Andreas Ebel (CDU), für den die SPD nun eine Herausfordererin oder einen Herausforderer sucht. Freiwillige vor...

Foto: Çağla Canıdar (Archiv)

Die SPD im Landkreis Gifhorn sucht nach einer Kandidatin oder einem Kandidaten, die oder der Amtsinhaber Andreas Ebel bei der nächsten Gifhorner Landratswahl im Jahr 2021 herausfordern soll. Nachdem im vergangenen Jahr vom Parteivorstand bereits eine Findungskommission eingerichtet worden ist, wurden nun alle Mitglieder der Partei im Landkreis Gifhorn per Brief aufgerufen, sich Gedanken um die spannende Frage zu machen: Wer soll für die SPD kandidieren? Das teilte der SPD-Unterbezirk Gifhorn am Mittwoch in einer Pressemitteilung mit.

Die Vorschläge der Parteimitglieder sollen „intensiv gesichtet“ werden, „bevor es noch in diesem Jahr zu einer finalen Entscheidung kommt, wer bei der Wahl zum Landrat/zur Landrätin im nächsten Jahr für die SPD antritt“, heißt es in der Erklärung der SPD.

„Unter normalen Umständen hätten wir nun Veranstaltungen im Landkreis durchgeführt, um die Mitglieder in die Suche nach Kandidaten oder Kandidatinnen miteinzubeziehen. Da dies aktuell nicht umzusetzen ist, wir aber viel Wert darauf legen, alle Mitglieder zu beteiligen, gehen die Vorschläge nun auf anderem Weg ein”, wird Philipp Raulfs, Unterbezirksvorsitzender der Gifhorner SPD, in der Pressemitteilung zitiert. Bis Ende Juni sollen die Parteimitglieder ihre Personalvorschläge demnach nun der Findungskommission mitteilen.

Die Findungskommission selbst besteht aus dem „Who is who“ der Gifhorner Sozialdemokratie: Neben dem Vorsitzenden und Landtagsabgeordneten Philipp Raulfs gehören auch Karen Wachendorf, Jörg Bialas, Brigitte Brinkmann (geschäftsführender Vorstand), Tobias Heilmann (Landtagsabgeordneter), Detlef Tanke (Regionalverband), Marion Lau (Landrätin a.D.), Volker Arms (Bürgermeister der Gemeinde Sassenburg) und Rolf Schliephake (SPD-Fraktionsvorsitzender im Kreistag) dazu. Anfang Juli will die Findungskommission laut der Mitteilung „offen und kritisch“ sichten.

Oktober 2017: Da freute sich Philipp Raulfs noch über seine eigene Wahl in den Niedersächsischen Landtag. Nun muss er als SPD-Kreisvorsitzender nach einer Landrats-Kandidatin oder einem Landrats-Kandidaten Ausschau halten.

Foto: Çağla Canıdar (Archiv)

Anschließend sind laut der Pressemitteilung erneut die SPD-Mitglieder im Landkreis Gifhorn gefragt: „Das letzte Wort sollen die Mitglieder haben, das haben wir immer gesagt und uns damit ganz bewusst gegen einsame Entscheidungen im Hinterzimmer ausgesprochen”, wird Philipp Raulfs darin zitiert. Und weiter: „Ob das in Form einer Versammlung oder per Briefwahl stattfindet, können wir angesichts der aktuellen Corona-Situation noch nicht sagen. Fest steht jedoch, dass wir in diesem Jahr eine Entscheidung herbeiführen wollen und werden. Wir brauchen einen Kandidaten oder eine Kandidatin, die breite Unterstützung in unseren Reihen hat und mit der wir gute Chancen haben, den nächsten Landrat oder die nächste Landrätin zu stellen.”

Die bisher letzte Landratswahl im Landkreis Gifhorn fand 2014 statt: Andreas Ebel (CDU) sicherte sich mit 51,3 Prozent aller gültigen Stimmen gleich im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Für die SPD ging der damalige Leiter der Agentur für Arbeit Helmstedt, Gerald Witt, ins Rennen – und landete abgeschlagen mit 33,1 Prozent auf dem zweiten Platz. Dritter wurde der Grünen-Bewerber Thomas Muth mit 15,6 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 46,5 Prozent.