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Schadensgutachten nach dem Brand: Das USK Gifhorn arbeitet mit der Stadtverwaltung am Konzept für den baldigen Wiederaufbau

Malte Schönfeld Veröffentlicht am 31.01.2026
Schadensgutachten nach dem Brand: Das USK Gifhorn arbeitet mit der Stadtverwaltung am Konzept für den baldigen Wiederaufbau

Das Uniformierte Schützenkorps Gifhorn besteht aus 16 Zügen, in denen ganz eigene Traditionen gewachsen sind. Einiges passiert neben dem Schützenfest. Doch die zweite Heimat bleibt das Schützenheim am Schützenplatz.

Foto: Privat

Vor neun Monaten brannte in Gifhorn das Schießheim am Schützenplatz lichterloh. Ein Schock für alle Beteiligten: die Eigentümerin Stadt Gifhorn, Wirt Sven Wiese, dessen Schützenwiese unbegehbar wurde, und das Uniformierte Schützenkorps (USK), welches fast das komplette Vereinsleben von heute auf morgen verlor. Jetzt steigt die Freude auf eine Rückkehr. Denn nachdem die zuständige Versicherung ihr nötiges Schadensgutachten erstellte, darf nun die Planung für den Wiederaufbau in Auftrag gegeben werden.

Thomas Henke, Zugführer des 1. Zugs, der vom viel beschäftigten Kommando – alleine aufgrund der Wiederaufbaupläne – gebeten wurde, Rede und Antwort zu stehen, verrät: „Das Schießheim ist unser zweites Zuhause. Es ist gut, dass wir jetzt eine neue Phase erreichen.“ Dennoch meint er auch: „Das ist noch ein weiter Weg, bis alles geschafft ist.“

Wenn man vor dem Gebäude steht, sieht die Aufteilung der Abschnitte wie folgt aus: Links befinden sich die Gaststätte, mittig liegen der Luftgewehr-, der Kleinkaliber- und der Sportpistolenstand, rechts das Sängerheim. „Wir arbeiten auf Hochdruck an einer Interimslösung, um den Luftgewehr- und den Sportpistolenstand wieder zugänglich zu machen“, so Thomas
Henke. Ein Mutmacher mehr im Rahmen der Möglichkeiten.

Untergekommen war das USK bei befreundeten Vereinen. Noch in der Brandnacht, Ostern vergangenen Jahres, erreichten die Schützenbrüder und Schwestern Beistand und Hilfsangebote. Viele Vereine aus der Umgebung boten etwa ihre Schießstände an, um wenigstens Sport und Vereinsleben zu gewährleisten. „Wir sind dankbar für die Lösungsangebote, auch seitens der Stadt“, unterstreicht Thomas Henke. Er glaubt, das liege unter anderem am „riesengroßen Netzwerk“, was das USK ausmacht – noch 2023 lud man zum 200-jährigen Bestehen alle umliegenden Vereine zum Festkommers ein. Und auch Sven Wiese kam anderswo unter. „Das beruhigte enorm.“

Doch zurück zum Wiederaufbau. Denn auch im Angesicht der Gastfreundschaft wünschen sich die USK-Mitglieder eine baldige Rückkehr an die eigene Wirkungsstätte. „Das Training und die Stammtische, die sind schon weniger geworden“, seufzt Thomas Henke. „Die Fahrerei schreckt doch immer noch viele ab. Das ist einerseits verständlich, andererseits schade, denn es gibt einige, die sich unheimlich bemühen, neue Routinen im Übergang aufzubauen.“ Trotzdem lobt er: „Kaum ein Mitglied hat uns den Rücken gekehrt, da merkt man auch den Zusammenhalt.“ Und bei Vereinsmeisterschaften und Rundenwettkämpfen hätten sogar einige Mitglieder ungeahnten Ehrgeiz und Neugier entwickelt. „Da sind wir sogar sportlicher geworden.“

Bevor die Bauarbeiten starten können, muss zuerst ein Architekt gefunden werden, so Thomas Henke, anschließend werde die Vergabe ausgeschrieben. Klar ist, dass für das diesjährige Schützenfest, das vom 18. bis 21. Juni stattfinden soll, noch improvisiert werden muss. „Das haben wir aber inzwischen gut gelernt“, lächelt Thomas Henke. So wie etwa im Vorjahr, als das Königsschießen bei den Freunden aus Meine ausgetragen wurde. Oder als man zusammen mit dem Bürgerschützenkorps (BSK) bei Antenne Niedersachsen und der Aktion „Pimp Your Schützenfest“ teilnahm und zumindest ein kleines Preisgeld bekam.

„Das waren harte Tage, kurz nach dem Brand. Aber wir geben uns nie auf. Man muss sich immer neu erfinden. Und den Hintern hochkriegen, was machen“, zeigt sich Zugführer Henke kämpferisch. „Wir arbeiten jetzt an einem Konzept für den Wiederaufbau, lassen das Jahr aber auch auf uns zukommen. Wir wünschen uns ein ruhiges Jahr – ohne negative Überraschungen.“


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