Fairtrade-Town Gifhorn

Gemeinsam und mutig eine faire Zukunft gestalten: KURT stellt die Akteure der Fairtrade-Town Gifhorn vor

Malte Schönfeld Veröffentlicht am 23.08.2021
Gemeinsam und mutig eine faire Zukunft gestalten: KURT stellt die Akteure der Fairtrade-Town Gifhorn vor

Eike Fromhage (von links) und Ann-Kathrin Suhrkamp von der Sparkasse, Bürgermeister Matthias Nerlich, Initiator Rüdiger Wockenfuß, Wista-Geschäftsführer Martin Ohlendorf, Goldschmiedemeisterin Beate Fritz, Roland Bursian vom Hof, Philip Knotz von Fridays For Future und KURT-Herausgeber Bastian Till Nowak freuen sich zusammen mit weiteren Akteur*innen über die Zertifizierung Gifhorns als Fairtrade-Town.

Foto: Michael Uhmeyer

Vom Stadtratsantrag im Dezember 2020 bis hin zur Zertifizierung in diesem Juli – in gut einem halben Jahr hat unser Gifhorn es geschafft: Wir sind Fairtrade-Town! „In der ersten Ratssitzung wurden wir noch belächelt“, erinnert sich Bürgermeister Matthias Nerlich. „Mittlerweile ist aber auch bei einigen, die uns belächelt haben, ein Sinneswandel eingetreten.“ Diese beachtliche Leistung ist nicht etwa einer Einzelleistung geschuldet. Sie ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit von vielen Akteurinnen und Akteuren in der Stadt Gifhorn. In den folgenden Wochen stellen wir Euch einige von ihnen in einzelnen Artikeln vor. Denn der faire Handel ist ein Gesellschaftsprojekt.

„Ich bin total fasziniert von der Dynamik, die das Projekt angenommen hat“, meint Matthias Nerlich. „Für unsere Stadt ist das ein großes Projekt, wir haben viele Akteure versammelt.“

Vor allem kommen diese Akteurinnen und Akteure aus verschiedenen gesellschaftlichen Richtungen: Mit der Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg und der Volksbank BraWo sind zwei Vertreterinnen aus der Wirtschaft dabei. Zusammen mit den Stadtwerken Gifhorn können sie ihr weitreichendes Netzwerk nutzen, um dem fairen Handel bei ihren Kooperationspartnern Gehör zu verschaffen.

Die Politik zeigt sich vereint durch die Ratsfraktionen der CDU und der Grünen – sie sind maßgeblich dazu da, Verbesserungsvorschläge anzunehmen und aufrichtig im Stadtrat zu besprechen. Dasselbe gilt für die Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing Gifhorn GmbH (Wista), die einen großen Anteil an der Organisation übernimmt.

Aus dem Bildungswesen übernehmen die BBS II und die Kreisvolkshochschule Verantwortung. Sie sind wichtige Botschafterinnen, da sie tagtäglich durch Bildung und Aufklärung Hunderte von Schülerinnen und Schülern erreichen. „Fairtrade-Stadt zu sein bedeutet für mich, dass fairer Handel nicht nur ein Nebenthema ist, sondern in die Institutionen kommt“, erklärt Philip Knotz, Schüler und engagiert in der „Fridays-For-Future“-Bewegung. Ebenfalls dabei ist die „Parents-For-Future“-Ortsgruppe Gifhorn.

Vereine wie Der Hof aus Isenbüttel oder die zivilgesellschaftlichen Akteure der katholischen Kirchengemeinde St. Altfrid und des Weltladens spannen das Feld noch etwas weiter auf – der faire Handel erreicht somit alle gesellschaftlichen Milieus. Und durch das Stadtmagazin KURT ist auch ein Medienpartner involviert.

„Das ist nicht der Endpunkt des Projekts, sondern das Startsignal“, betont Ratsmitglied Rüdiger Wockenfuß, der auch Ansprechpartner der Steuerungsgruppe ist. „Wir wollen noch mehr Akteure gewinnen und das Thema noch stärker behandeln. Gerade in der Pandemie wurde der globale Süden wirtschaftlich noch weiter abgehängt.“