Krisenmanagement

Ausgangssperre verlängert - Regelung im Landkreis Gifhorn gilt bis mindestens 2. Mai weiter

Redaktion Veröffentlicht am 15.04.2021
Ausgangssperre verlängert - Regelung im Landkreis Gifhorn gilt bis mindestens 2. Mai weiter

Leere Straßen nach 21 Uhr – das Bild wird uns im Landkreis Gifhorn noch länger begleiten.

Foto: Radler59 (CC BY-SA 3.0)

Die Ausgangssperre im Landkreis Gifhorn von 21 bis 5 Uhr wird bis einschließlich Sonntag, 2. Mai, verlängert, informiert die Gifhorner Kreisverwaltung in einer Pressemitteilung vom heutigen Donnerstag. Die durch die Corona-Verordnung des Landes Nidersachsen definierten drei Voraussetzungen dazu seien laut der Mitteilung erfüllt. Der Krisenstab „prüft die vorzeitige Aufhebung der Ausgangssperre, sobald sich die derzeitige Prognose umkehrt und die Infektionszahlen dauerhaft sinken“. Die 7-Tage-Inzidenz beträgt im Landkreis Gifhorn zurzeit 163,7.

Laut der niedersächsischen Corona-Verordnung muss für das Verhängen einer Ausgangssperre zum einen die 7-Tage-Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen den Wert von 150 überschreiten. „Seit dem 27. März liegt die 7-Tage-Inzidenz bis auf die Osterfeiertage und einige Folgetage über 150“, heißt es in der Pressemitteilung der Kreisverwaltung. Zudem seien nun seit drei Tage Werte über 150 erreicht worden (Dienstag 154,7; Mittwoch 186,4; Donnerstag 163,7).

Zum anderen hat das Gesundheitsamt des Landkreises laut der Mitteilung eine Prognose zu den Infektionszahlen geben müssen. Werden weiterhin Infektionszahlen auf einem dauerhaft hohen Niveau erwartet, könne eine Ausgangssperre verhängt werden. Der Gifhorner Amtsarzt Josef Kraft verweist laut der Mitteilung auf den zeitlichen Versatz der Wirkung der Ausgangssperre von „zwei bis drei Wochen“ sowie die „bundesweite, insgesamt besorgniserregende Tendenz“. Er resümiert: „Und so ist auch bei uns im Landkreis Gifhorn trotz der bisherigen Ausgangssperre leider noch keine Tendenz zu sinkenden Inzidenzen zu erkennen.“

Zuletzt muss laut niedersächsischer Corona-Verordnung für eine Ausgangssperre das Infektionsgeschehen nicht räumlich abgrenzbar sein. Hotspots, die das Infektionsgeschehen maßgeblich beeinflussen, gebe es in unserem Landkreis nicht, teilt die Gifhorner Kreisverwaltung mit. Vielmehr seien die Infektionen über den gesamten Landkreis verteilt. Laut der Kreisverwaltung finden 88 Prozent der Infektionen in Gifhorn im privaten Bereich statt. Hinzu komme der Anteil der ansteckenderen Mutationen von durchschnittlich 38 Prozent.

„Der Krisenstab des Landkreises Gifhorn beobachtet die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin täglich“, so die Pressemitteilung. Eine vorzeitige Aufhebung der Ausgangssperre werde geprüft, sobald sich die Prognose umkehre und die Infektionszahlen sinken.

„Wir haben die Lage konsequent beobachtet und müssen aufgrund der aktuellen Infektionslage entscheiden. Die aktuelle Situation ist weiterhin sehr ernst“, wird Gifhorns Landrat Andreas Ebel in der Mitteilung zitiert. „Das Land Niedersachsen gibt durch seine Corona-Verordnung klare Regelungen vor, die wir als Landkreis Gifhorn umsetzen müssen. Die aktuelle Corona-Verordnung soll bis zum 9. Mai ohne Änderungen verlängert werden. Die Rechtsgrundlage bleibt somit auch dieselbe wie vor zwei Wochen, als das Anordnen der nächtlichen Ausgangssperre für den Landkreis Gifhorn notwendig wurde.“

Ausnahmen der Ausgangssperre sind weiterhin: Wege von und zur Arbeit sowie die Arbeit selbst, Gefahrenabwehr, medizinische, psychologische und veterinärmedizinische Behandlungen, die Versorgung von Tieren, die Pflege von Angehörigen und die Unterstützung Hilfsbedürftiger sowie die Sterbebegleitung und schließlich der Besuch religiöser Veranstaltungen und politischer Gremiensitzungen.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger, sich im eigenen Interesse streng an die geltenden Kontaktbeschränkungen und an die Ausgangssperre zu halten“, appelliert Landrat Ebel. „Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass wir die Infektionszahlen im Landkreis Gifhorn reduzieren. Indem wir uns alle gemeinsam an die Regeln halten, können wir dazu beitragen, dass Einzelhandel, Gastronomie und der Schulbesuch wieder möglich werden.“