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Queerfeindlichkeit in Gifhorn: Jugendliche vom Queeren Netzwerk berichten über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung in unserer Region

Marieke Eichner Veröffentlicht am 19.05.2021
Queerfeindlichkeit in Gifhorn: Jugendliche vom Queeren Netzwerk berichten über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung in unserer Region

Lean vom Queeren Netzwerk Gifhorn erzählt in ihrem Video von „leider fast tagtäglicher“ Diskriminierung in Gifhorn, etwa auf dem Skateplatz: „Das ist nicht ok. Hört einfach auf, Hass zu verbreiten.“

Foto: Queeres Netzwerk Gifhorn (Screenshot YouTube)

Der 17. Mai ist der internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT). Das nahmen junge Menschen vom Queeren Netzwerk Gifhorn zum Anlass, um mutig und offen von ihren eigenen Disskriminierungserfahrungen in unserer Stadt und unserem Landkreis zu berichten. Der IDAHOBIT wird seit 2005 als Aktionstag begangen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschloss, Homosexualität nicht mehr als Krankheit zu definieren.

Das Queere Netzwerk Gifhorn ist ein neu gegründeter Verein, der sich für Menschen mit einer sexuellen und/oder geschlechtlichen Orientierung, die dem gesellschaftlichen Rollenbild widersprechen, einsetzt. Zum internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) startete das Netzwerk eine Online-Video-Aktion.

Mitglieder erzählen vor ihrer Smartphone-Kamera von den Diskriminierungserfahrungen, denen sie in unserer Region noch immer ausgesetzt sind. „Wir möchten deutlich machen, dass es entsprechende Anfeindungen auch in Gifhorn noch gibt und damit zeigen, wie wichtig unser Einsatz für die Stadt und den Landkreis Gifhorn ist“, so Vereinsleiter Dominik Ruder.

Das Netzwerk will sich für ein Gifhorn einsetzen, indem Diskriminierungen und Anfeindungen gegen Menschen mit einer anderen sexuellen und/oder geschlechtlichen Orientierung gestraft und verfolgt wird. „Niemand darf aufgrund dessen körperliche oder psychische Anfeindungen erdulden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Queeren Netzwerks Gifhorn.

Daher müsste die Prävention gefördert und ausgebaut werden. „Das bedarf den Einsatz des Bildungsbereichs, der Kultur, der Jugendarbeit, der allgemeinen Öffentlichkeit, der Politik aber nicht zuletzt der gesamten Gesellschaft“, so die Pressemitteilung des Vereins.

„Um Anfeindungen sichtbarer zu machen, haben einige Mitglieder des Netzwerks ihren Mut zusammen genommen und sich getraut, ihre Geschichten der breiten Öffentlichkeit mitzuteilen“, beschreibt die Pressemitteilung. „Sorgen wir gemeinsam dafür, dass so etwas nicht mehr ungestraft geschehen kann.“

Das Queere Netzwerk Gifhorn fordert unter anderem Unterstützung für alternative Familienmodelle, Hilfe, Beratungen und Bildung – etwa in einem queeren Zentrum – sowie mehr Sichtbarkeit des queeren Lebens in unserer Region. Und einen Christopher-Street-Day (CSD) in Gifhorn.

Die IDAHOBIT-Aktion des Queeren Netzwerks Gifhorn:
www.queeres-netzwerk-gf.de