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Die Bücherei als Mittelpunkt der Stadt Gifhorn - Der Plan der Grünen sieht vor, die Innenstadt zu beleben und kulturell aufzuwerten

Redaktion Veröffentlicht am 06.04.2021
Die Bücherei als Mittelpunkt der Stadt Gifhorn - Der Plan der Grünen sieht vor, die Innenstadt zu beleben und kulturell aufzuwerten

Anke Klitzke und Hagen Schink sehen die Budget-Erhöhung für die Stadtbücherei als Beitrag, um die Gifhorner Innenstadt zu beleben.

Foto: Çağla Canıdar

Netflix and Chill? Für Gifhorns Grüne kann das nicht die Antwort auf drängende Fragen der Bildungspolitik sein. Deswegen haben sie sich zusammen mit ihrem Koalitionspartner CDU dafür eingesetzt, dass der Gifhorner Stadtbücherei ein höheres Budget zur Verfügung steht. „Eine Herzensangelegenheit“ sei das, erklärt Anke Klitzke, Ortsverbandssprecherin der Grünen. Doch nicht nur der Bücherei soll damit geholfen werden: Die Aufstockung sei Teil der Wiederbelebung der von Leerstand geprägten und noch zu wenig abwechslungsreichen Innenstadt.

Was die Stadtbücherei betrifft, seien es zwei Punkte, die Hagen Schink, Kandidat der Grünen für die kommende Stadtratswahl, spannend findet: „Erstens geht es um Bildungsgerechtigkeit für diejenigen, die es sich finanziell vielleicht nicht leisten können, an Bildungsmaterial heranzukommen. Und zweitens ist die Stadtbücherei ein Ort, der für eine Form der gesellschaftlichen Partizipation steht.“

Mit ein wenig mehr Geld im Portemonnaie könne die Stadtbücherei sich um die Anschaffung wichtiger Lektüre kümmern, die bisher vielleicht noch außen vor ist. „Es gibt neue Themenschwerpunkte in der Gesellschaft, die von großem Interesse sind – dafür braucht es aber auch die Mittel“, führt der 36-Jährige aus. Und vielleicht noch viel wichtiger ist, dass die Gifhorner Stadtbücherei auch technisch auf Augenhöhe bleibt. Denn gelernt wird nicht mehr nur analog aus dem Buch heraus. Viele Lerninhalte werden über audiovisuelle Medien transportiert. Auch dabei könne etwas mehr finanzieller Spielraum wahrlich nicht schaden.

Anke Klitzke geht noch einen Schritt weiter. Die Stadtbücherei als Mittelpunkt der Gifhorner City. „Wir sehen das Dilemma der Kleinstädte, Corona hat das noch verstärkt“, erklärt die 57-Jährige. Gibt es zu wenig Kultur in der Stadt? Die Grünen-Sprecherin nickt: „Es gibt zu wenig Kultur, zu wenig Gastronomie, wir brauchen noch mehr attraktive und vielseitige Einzelhändler. Die Innenstadt muss sich verändern. Es geht darum, die Innenstadt neu zu denken und zum Wohnzimmer zu machen.“

Die Bibliothek der Stadtbücherei biete da einen guten Startpunkt, meint Hagen Schink. Das alte Spiel von Angebot und Nachfrage hat man sich bei den Grünen zu lange nur mitangeschaut – jetzt soll was getan werden! Und eine tragende Rolle nimmt die Förderung von Kultur und Bildung im Stadtkern ein. „Wir wollen mit dem Thema einen Bogen schlagen“, erklärt Anke Klitzke. Das Buch als Teil der Innenstadtbelebung. „Es muss irgendwie gelingen“, sagt die Sprecherin. „Die Innenstadt nur als Einkaufsmeile zu sehen, ist zu wenig.“

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