Schützenfest in Gifhorn

Mit ihren Mädels feiern, mehr will sie gar nicht: In ihrem 1. Damenzug BSK fühlt sich Gifhorns Königin Sandra Kopatzki pudelwohl

Malte Schönfeld, Bastian Till Nowak Veröffentlicht am 10.06.2026
Mit ihren Mädels feiern, mehr will sie gar nicht: In ihrem 1. Damenzug BSK fühlt sich Gifhorns Königin Sandra Kopatzki pudelwohl

Wer so im Gifhorner Schützenwesen verankert ist wie Sandra Kopatzki, der kennt viele Menschen. Und wer viele Menschen kennt, der hat immer etwas zu feiern. Vor allem, wenn man auch noch Schützenkönigin geworden ist.

Foto: Privat

Wenn Sandra Kopatzki (45) heute ihre Uniformjacke anzieht, trägt sie weit mehr als nur ein leicht in die Jahre gekommenes Kleidungsstück – sie trägt ein Stück Familiengeschichte. Anfang 2025 hatte Mutter Monika, selbst 18 Jahre Zugführerin gewesen und stolze Schützenkönigin, ihr das Stück vererbt. „Es würde mich stolz machen, wenn Du sie trägst“, sagte sie zu ihrer Tochter. Ohne die Abzeichen sah sie allerdings lückenhaft aus. Doch es sollte nur wenige Monate dauern, da durfte Sandra selbst jubeln und ihrer Sammlung an Orden einen hinzufügen: den der Gifhorner Schützenkönigin.

Genau wie ihre Mutter vor fast 30 Jahren ist Sandra nun Zugführerin und Schützenkönigin. „Das Schützenwesen bedeutet mir einfach alles“, gesteht sie. Kein Wunder: Das Elternhaus stand direkt am Schützenplatz, den Großeltern gehörte der legendäre Itschenkrug. 1992 trat sie ins BSK ein. Eigentlich logisch, dass aus ihr irgendwann eine Königin werden musste.

Mit einem 211-Teiler landete sie den entscheidenden Treffer. Nicht ihr bester Schuss, wie sie kleinlaut einwirft. „Andere hatten das Gefühl, richtig gut geschossen zu haben.“ Nun ja, man kann sich auch täuschen. Dann die Proklamation: „Major Carsten Gries musste mich dreimal bitten aufzustehen, weil ich es gar nicht glauben konnte“, lacht Sandra. „Und wenn dann der ganze Saal plötzlich Deinen Namen ruft, ist das Gänsehaut pur.“

In wenigen Tagen folgt die Übergabe der Königsscheibe. Das feiert sie neben dem Pflichttermin noch ein zweites Mal mit den Damen ihres Zuges – „und da ist um Mitternacht ganz sicher nicht Schluss“. Ohnehin ist die Stimmung im 1. Damenzug BSK mit rund 25 bis 30 Frauen phänomenal: „Wir feiern auch gerne bis morgens um Vier.“

Sandras persönliches Highlight ist Schützenfest-Freitag: Erst Frühstück im BSK-Saal, dann mittags standesgemäß Treffen im Deutschen Haus. Im Kreise ihrer selbstgenannten Mädels „mit Klatschen, Tanzen und Polonäse zu den Kapellen. Das ist das Größte.“

Auch Schützenschwester Donnice Gogolin, 2022 selbst Königin, ist ganz verzaubert von ihrer Zugführerin: „Sie hat ihre Königswürde das ganze Jahr lang mit uns allen gefeiert – man merkt in jeder ihrer Fasern: Gemeinschaft wird bei uns ganz großgeschrieben.“


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