Schützenfest in Gifhorn

175 Jahre voller Einigkeit und Harmonie in der 2. Kompanie USK: Zum Jubiläum feiern die Mitglieder ihre Vielfalt

Malte Schönfeld Veröffentlicht am 20.06.2026
175 Jahre voller Einigkeit und Harmonie in der 2. Kompanie USK: Zum Jubiläum feiern die Mitglieder ihre Vielfalt

Die 2. Kompanie USK feiert ihr 175-jähriges Bestehen.

Foto: Michael Uhmeyer (Archiv)

Der Begriff Division kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Teil eines größeren Ganzen. Heute verbindet man mit ihm zwar immer noch das Militär, weniger aber das Uniformierte Schützenkorps Gifhorn (USK). Früher allerdings, in den Anfangstagen, nannte man so die Züge des USK. Bis 1848, einem bedeutenden Jahr für Europa und ein Meilenstein der deutschen Demokratiegeschichte, traten so viele Bürger in das USK ein, dass sich sechs Divisionen bilden konnten. 4, 5 und 6 bildeten ab 1851 die 2. Kompanie – ihre Geburtsstunde. Heute feiert sie ihr 175-jähriges Bestehen. Damit ist sie zweifellos eine der ältesten Gemeinschaften Gifhorns. Und ihre Traditionen werden noch immer in Ehren gehalten.

Zum Jubiläumsfest im April kamen rund 170 Gäste. „Ich war angespannt, zugegebenermaßen, und hatte Lampenfieber“, gesteht Kompanieführer Jörg Mayer. Er hatte Angst, dass die Resonanz doch nicht so groß sein würde wie erhofft. Doch alle Sorge war umsonst. „Ich war doch überwältigt von den vielen Anmeldungen.“ Abordnungen befreundeter Vereine kamen in die Stadthalle, darunter auch aus Fallersleben, die wegen der Schießheimruine ein Rundum-sorglos-Paket fürs Kompaniekönigsschießen ermöglicht hatte.

1966 gründete sich eine Jugendschießgruppe, initiiert von Walter Hüttel, 1976 folgte die Damenschießgruppe. Gemeinsam traten sie 1998, als das USK 175 Jahre feierte, der 2. Kompanie bei. Und heute möchte sie niemand missen.

Zum 60-jährigen Bestehen des USK im Jahr 1883 posierten die Offiziere. Vorne rechts zu sehen ist ein Herr Menke, der Vorname ist leider nicht überliefert. Es könnte Jeremias Menke sein, der zur Gründung 1851 Kompanieführer der 2. Kompanie wurde, oder aber auch Dagobert Menke, der 1888 Kommandeur des USK wurde. Wer kann da weiterhelfen?

Foto: Privat

Schon gar nicht Klaus-Dieter Oppermann. Selbst lange in der Jugendarbeit aktiv und Kompanieführer, ist er inzwischen vor allem als der akribische Hobbyhistoriker des USK und als Leiter der Böllergruppe bekannt. In seinen Recherchen entdeckte er die Entwicklung der Fahne der 2. Kompanie, die in der derzeitigen Fassung von Gründungsmitglied Friedrich Stünkel gestiftet wurde. Auf ihr steht: Als Zeichen der Anhänglichkeit, ward diese Fahne uns geweiht. „Das ist weiterhin die aktuelle Fahne“, weiß der 79-Jährige, „doch mittlerweile ist sie zerschlissen.“ Für das Schützenfest ist eine neue Fahne in Auftrag gegeben. „Die muss dann natürlich noch ordentlich geweiht werden.“

Für Jörg Mayer ist das Schützenwesen sein Zuhause. „Der Verein ist für mich wie eine Familie“, sagt der 60-jährige Kompanieführer. Umso glücklicher ist er, wenn er das Engagement der Jugend beim Jubiläum sieht oder die sportliche Verlässlichkeit der Damen. „Was uns im Kern zusammenhält“, erklärt Jörg Mayer, „sind Harmonie und Einigkeit und Vielfalt.“

Ansprechpartner für Festschrift und Jubiläumspin:
Jörg Mayer
mayer-j@t-online.de


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