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Kinder brauchen sichere Schulwege: Die Gifhorner Grünen wollen Pilotprojekt an Albert-Schweitzer-Schule starten
Malte Schönfeld Veröffentlicht am 09.05.2026
Enge, Hektik, Unsicherheit: Christoph Koenders (links) und Hagen Schink kennen den gefährlichen Verkehr am Bauernkamp.
Foto: Bastian Till Nowak
„Wer morgens vor einer Gifhorner Schule steht, sieht sofort, worum es geht“, sagt Christoph Koenders von den Gifhorner Grünen. „Zu viele Autos auf engem Raum und Kinder, die sich in genau diesem Moment sicher bewegen können müssen“, wünscht sich der Kandidat der Grünen bei der bevorstehenden Kommunalwahl im September.
Viele Gifhorner kennen die morgendliche Situation vor den Schulen: Enge, Hektik und Unsicherheit. Kinder kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Busse fahren vor, Lehrkräfte und Anwohnerinnen sind unterwegs – und dazu tuckern Elternautos. Was einzeln verständlich ist, kann in der Summe zum Problem werden. „Gerade Grundschülerinnen und -schüler sind besonders gefährdet“, findet Stadtratsmitglied Hagen Schink. „Sie können Verkehrslagen noch nicht so schnell einschätzen, werden leichter übersehen und reagieren selbst oft spontan.“ Deshalb bräuchten sie Schulwege, die auf ihre Sicherheit ausgerichtet sind.
Seit mehr als zwei Jahren treiben die Gifhorner Grünen eine Idee voran: Straßen direkt vor den Schulen sollen zu den Stoßzeiten am Morgen und am Mittag eine halbe Stunde lang für Autos gesperrt bleiben – nicht dauerhaft, sondern genau dann, wenn besonders viele Kinder unterwegs sind.
„Dabei geht es nicht darum, Eltern zu bevormunden oder das Auto grundsätzlich abzulehnen“, unterstreicht Christoph Koenders, „aber das direkte Heranfahren bis ans Schultor verschärft die Lage oft genau dort, wo Kinder am verletzlichsten sind.“ Wenn Kinder ein Stück entfernt aussteigen müssten und die letzten Meter zu Fuß gingen, entspanne sich die Situation vor der Schule spürbar, wie der Kandidat meint.
Die Grünen verweisen dabei auf Modelle über die Grenzen von Stadt und Landkreis hinaus: Während in Braunschweig bereits die erste Schulstraße in der Region eingerichtet worden ist, zeige die Gifhorner Verwaltung trotz bereits bestehender Beschlüsse bisher keine öffentlich sichtbaren Schritte zur Erprobung einer Schulstraße. Daher begrüßen die Grünen auch sehr die Initiativen anderer Parteien – gemeinsam Verantwortung übernehmen statt parteipolitisches Taktieren.
Hagen Schink, der als Verkehrshelfer am Bauernkamp bei der Gifhorner Albert-Schweitzer-Schule aktiv ist, fordert: „Wir sollten genau jetzt damit anfangen.“ Der Bauernkamp sei der richtige Ort für ein Pilotprojekt. „Denn für uns ist klar: Kinder brauchen sichere Schulwege.“