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Sekt und Jubel oder Selters und Tränen? Der MTV Gifhorn kämpft um den Oberliga-Klassenerhalt

Redaktion Veröffentlicht am 15.05.2022
Sekt und Jubel oder Selters und Tränen? Der MTV Gifhorn kämpft um den Oberliga-Klassenerhalt

Die Offensive ist gefordert: Die Defensivabteilung des MTV um Marc Upmann (Mitte) erzielte genauso viele Treffer wie die Abteilung Attacke.

Foto: Michael Uhmeyer

Sekt oder Selters? Riesiger Jubel oder Tränen der Enttäuschung? Fußball-Oberliga oder doch nur Landesliga? Das sind die Fragen, die sich der MTV Gifhorn stellt – und auf die es erst am 21. Mai Antworten geben wird. Denn dann bestreiten die Schwarz-Gelben ihr letztes Abstiegsrunden-Saisonspiel beim MTV Eintracht Celle.

16 von 18 Partien liegen hinter den Mannen von Coach Georgios Palanis, die froh gewesen wären, wenn die Saison bereits jetzt zu Ende wäre. Denn: Der MTV Gifhorn steht genau dort in der Tabelle, wo er sich auch nach dem 21. Mai (17 Uhr) wiederfinden möchte – auf Rang 4, auf dem letzten Platz, der den Klassenerhalt bedeutet. Diesen gilt es nun irgendwie ins Ziel zu retten.

Gleich zweimal in Serie haben die Schwarz-Gelben zuletzt die Chance auf „Big Points“ ausgelassen. Erst gab es im Nachholspiel beim TuS Bersenbrück eine 1:2-Niederlage. Und dann verloren die Gifhorner das Duell beim Tabellenzweiten Rotenburger SV ebenfalls mit 1:2. Unnötig und ärgerlich obendrein. „Es ist kein Genickbruch, aber wir haben einen großen Schritt verpasst. Wir hätten vorlegen können“, meint MTV-Coach Georgios Palanis enttäuscht. Denn: Die Chance war riesig, dem Klassenerhalt deutlich näher zu kommen, nachdem sowohl Uphusen als auch Wolfenbüttel ihre Partien verloren hatten.

Die Folge daraus: Am heutigen Sonntag, 15. Mai, haben die Gifhorner nun das schwerste Spiel der Saison vor der Brust. Der Absteiger FC Hagen/Uthlede kommt zum letzten MTV-Heimspiel ins GWG-Stadion im Sportpark Flutmulde. „Wir stehen unter Druck“, gibt Georgios Palanis zu. Ein Sieg dort ist Pflicht, die Gäste werden nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel allerdings auf Wiedergutmachung brennen. Es ist ein Feuer, das die Schwarz-Gelben gerne frühzeitig löschen würden.

Cool und locker bleiben, nicht nervös werden: Das ist dennoch die MTV-Devise im Endspurt der Abstiegsrunde. „Wir spielen eine gute Abstiegsrunde. Wir haben drei Punkte aus den zwei Spielen gegen Bersenbrück geholt – das ist eine gute Ausbeute“, findet Georgios Palanis, für den der TuS die am stärksten besetzte Mannschaft war.

Wiederholung ist angesagt: Salih Ayaz (in Gelb) und der MTV Gifhorn müssen auch das zweite Duell mit dem FC Hagen/Uthlede für sich entscheiden.

Foto: Jens Neumann

Beim 1:2 in Rotenburg haderten die Gifhorner dagegen einmal mehr mit der Chancenverwertung. Sie hatten mehr vom Spiel, hatten mehr Möglichkeiten. Doch lediglich Linksverteidiger Mathes Hashagen war nach einem Freistoß zum zwischenzeitlichen 1:1 erfolgreich. Sechser Marc Upmann traf mit einem Schuss nur die Latte und verpasste damit nur knapp den erneuten Ausgleich. Bezeichnenderweise waren es aber eben wieder zwei Defensivakteure, die vorne für die gefährlichsten Szenen gesorgt hatten, was der MTV-Coach entsprechend monierte. „Uns hat in der Offensive aber wieder mal die Entschlossenheit gefehlt“, ärgert sich Georgios Palanis, der mit dem gelbgesperrten Melvin Luczkiewicz und dem angeschlagenen Mario Petry zwei wichtige Leute hatte ersetzen müssen.

Sekt oder Selters? Riesiger Jubel oder Tränen der Enttäuschung? Fußball-Oberliga oder doch nur Landesliga? Na klar, wenn es nach dem MTV Gifhorn geht, dann heißen die Antworten: Sekt, riesiger Jubel und Fußball-Oberliga. Doch dafür müssen die Schwarz-Gelben eben noch einmal alles raushauen, was in ihnen steckt, in den letzten beiden Spielen der Saison, die entscheidend sind. Die Offensive muss Vollgas geben, denn nach den acht absolvierten Partien in diesem Jahr steht es noch unentschieden: Sechs MTV-Tore gingen aufs Konto der Offensive – sechs MTV-Tore erzielten Defensivspieler. Eine Bilanz, die deutlich macht, wo der Schuh drückt, und die unbedingt aufpoliert werden sollte!

Die Offensive muss liefern in den letzten beiden Saisonspielen. Die Defensive muss noch zweimal halten im Endspurt. Denn sonst heißt es für den MTV Gifhorn doch: Selters, Tränen der Enttäuschung und Fußball-Landesliga – nach dem 21. Mai und dem Spiel beim MTV Eintracht Celle. Es ist übrigens eine perfekte Gelegenheit, um die offene Rechnung aus dem August 2020 noch zu begleichen und sich für die 2:3-Niederlage im Finale des NFV-Pokals zu revanchieren. Damals feierte Celle und Gifhorn weinte! Diesmal könnten beide zusammen feiern: mit Sekt, riesigem Jubel und dem Erhalt der Fußball-Oberliga.

MTV Gifhorn – FC Hagen/Uthlede
Sonntag, 15. Mai
15 Uhr, Flutmulde
Winkeler Straße 2, Gifhorn

MTV Eintracht Celle – MTV Gifhorn
Samstag, 21. Mai
17 Uhr, Eintracht-Platz
Nienburger Straße 42, Celle