Politik im Landkreis Gifhorn

Seitenwechsel der Ex-Chefin von Gifhorns Junger Union - Das sind die Reaktionen

Redaktion Veröffentlicht am 29.03.2021
Seitenwechsel der Ex-Chefin von Gifhorns Junger Union - Das sind die Reaktionen

Die bisherige Vorsitzende der Jungen Union im Landkreis Gifhorn, Marie Herzberg, kehrte der CDU den Rücken.

Foto: Çağla Canıdar

Mit ihrem Austritt aus der CDU hat die bisherige Vorsitzende der Jungen Union im Landkreis Gifhorn für reichlich Wirbel gesorgt: Am Freitag verkündete Marie Herzberg nicht nur ihren Parteiaustritt, sondern auch dass sie all ihre Ämter niedergelegt hat – neben dem Vorsitz bei der Jungen Union engagierte sich Marie Herzberg zuletzt auch als stellvertretende Vorsitzende im CDU-Stadtverband Gifhorn. Zudem kündigte sie an, künftig den parteilosen Landrats-Kandidaten Detlef Eichner unterstützen zu wollen, für dessen Wahl sie bereits seit Samstag in einem Video auf Facebook und Instagram wirbt. Als Begründung nannte Marie Herzberg unter anderem, „mit Politik und Führungsstil“ des amtierenden Landrats Andreas Ebel (CDU) „alles andere als einverstanden“ zu sein. An dieser Stelle dokumentieren wir die Reaktionen im Wortlaut:

Das sagt Ingrid Pahlmann, Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Gifhorn:

„Ich finde es schade, dass sie in unserem Gespräch berufliche Überlastung und einen bevorstehenden Umzug als Gründe für ihren Rückzug genannt hat. Da hätte ich mir schon mehr Aufrichtigkeit gewünscht. Für ihre Zukunft wünsche ich ihr alles Gute!“

Das sagt Frederick Meyer, Kreisgeschäftsführer der Jungen Union Gifhorn:

„Die Junge Union Gifhorn steht geschlossen hinter dem amtierenden Landrat Dr. Andreas Ebel. Das Verhalten Dr. Detlef Eichners und auch Marie-Sophie Herzbergs verurteilen wir auf das Schärfste. Bereits im September vergangenen Jahres hat der Kandidat Eichner mit uns als Jugendorganisation der CDU das Gespräch gesucht. Das haben wir selbstredend abgelehnt. Vor dem Hintergrund des Respekts des eigenen Kandidaten gehört es sich nicht, die Jugendorganisation einer anderen Partei anzuwerben. Herr Dr. Eichner, der immer von Respekt spricht, scheint darauf allerdings selbst keinen Wert zu legen. Die Entscheidung der ehemaligen Vorsitzenden Marie-Sophie Herzberg, einen anderen Kandidaten zu unterstützen, ist ihre Privatsache und spiegelt keineswegs die Stimmung in der Jungen Union Gifhorn wider. Wir sind selbst von der aktuellen Entscheidung von Marie-Sophie Herzberg überrascht, da es in letzter Zeit sehr ruhig um sie gewesen ist. Vor ihrer Entscheidung sie hat weder mit uns das Gespräch gesucht, noch hat sie diese uns gegenüber begründet. Wir bedauern ihre Entscheidung und wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg und für die Zusammenarbeit mit Herrn Eichner alles erdenklich Gute und viel Glück. Für die Junge Union Gifhorn steht der Landratskandidat fest. Dr. Andreas Ebel soll dem Landkreis nach der Wahl im Herbst weiterhin als Landrat dienen. Wir sind überzeugt, dass Dr. Andreas Ebel seine Kompetenzen und seine Stärken weiterhin einbringen wird, um so den Landkreis Gifhorn in eine gute Zukunft zu führen.“

Die Junge Union Gifhorn verkündete, weiterhin geschlossen hinter Landrat Andreas Ebel (links) zu stehen.

Foto: Junge Union Gifhorn

Das sagt Gifhorns Landrat Andreas Ebel:

Gegenüber der Gifhorner Rundschau zeigte sich Landrat Ebel „verwundert – warum sucht sie nicht das Gespräch?“ Und weiter: „Frau Herzberg wünsche ich persönlich alles Gute. Ich muss mich um die Corona-Krise kümmern.“

Das sagen Tim Sauerbrei, stellvertretender Vorsitzender, und Manuel Marrone, Mitgliederbeauftragter der Jungen Union Gifhorn:

„In der Jungen Union Gifhorn stehen wir für Loyalität und Zusammenhalt. Untereinander legen wir besonders viel Wert auf einen offenen und fairen Umgang. Wir haben immer einen guten Draht in den Kreisvorstand gepflegt und hatten sowie haben auch immer die Möglichkeit, mitzuentscheiden. Die Situation wird uns keineswegs zurückwerfen. Stattdessen nutzen wir die Chance, Missstände aus der Welt zu schaffen und unser Vertrauen weiter auszubauen. Für die Junge Union Gifhorn steht der Landratskandidat fest. Dr. Andreas Ebel soll dem Landkreis nach der Wahl im Herbst weiterhin als Landrat dienen. Wir sind überzeugt, dass Dr. Andreas Ebel seine Kompetenzen und seine Stärken weiterhin einbringen wird, um so den Landkreis Gifhorn in eine gute Zukunft zu führen.“ (Veröffentlicht auf der Facebook-Seite der Jungen Union Gifhorn)

Das sagt Marie Herzberg:

„Ich freue mich über den großen Zuspruch, den ich seit Freitag von vielen verschiedenen Seiten erhalten habe – darunter Mitglieder der CDU genauso wie aus anderen Parteien und auch von vollkommen parteilosen Bürgerinnen und Bürgern. Als Detlef seine Kandidatur bekannt gegeben hat, stand für mich fest, dass er der bessere Kandidat ist. Das habe ich nie verheimlicht und auch in der Jungen Union offen kommuniziert. Mein Austritt war alles andere als eine leichte Entscheidung und es spielten verschiedene Faktoren mit rein. Der große Rückhalt zeigt mir aber, dass es die richtige Entscheidung war. Und wenn sich in der CDU nichts ändern, werde ich sicher auch nicht die einzige bleiben, die diesen Weg wählt.“

Das sagt Detlef Eichner:

„Ich weiß nicht, wo ich es an Respekt habe fehlen lassen. Miteinander zu reden, ist gute demokratische Tradition. Zumal andere Parteien sehr wohl den Dialog mit mir zulassen, verstehe ich die Abgrenzung der Jungen Union nicht. Ich will niemanden abwerben, sehr wohl aber miteinander reden.“

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