Editorial
Erst aussteigen, dann einsteigen – Was läuft falsch beim Busverkehr im Kreis Gifhorn? Umfrage läuft bis Ende der Herbstferien
Bastian Till Nowak Veröffentlicht am 10.10.2026
Pünktlichkeit, Auslastung, Wegenetz – das sind unter anderem die Themen, die den Kreisjugendring bei seiner Umfrage zum Nahverkehr im Landkreis Gifhorn interessieren.
Foto: Dusan Petkovic/Adobe Stock
Wer saß mit wem? Wer stand lieber, obwohl noch Plätze frei waren? Wer war morgens grundsätzlich nicht ansprechbar? Und wer stellte seine Tasche neben sich und tat mit bewundernswerter Entschlossenheit so, als sähe er die immer voller werdende Umgebung nicht? Wer selbst mit dem Schulbus gefahren ist, erinnert sich oft noch Jahrzehnte später, wo sein Platz war in dieser erstaunlich stabilen gesellschaftlichen Ordnung anderer Art. Nicht zu vergessen diejenigen, die im hinteren Teil des Busses eine Lautstärke für angemessen hielten, für die andernorts wohl eine Veranstaltungsgenehmigung nötig gewesen wäre. Der Autor dieser Zeilen nimmt sich davon ausdrücklich nicht aus. Wir hatten es uns alle nicht ausgesucht, aber wir waren alle dabei.
Natürlich verklärt die Erinnerung einiges. Ein ausgefallener Bus ist rückblickend vielleicht eine hübsche Anekdote – bei sieben Grad und Nieselregen sieht das an der Haltestelle aber anders aus. Und wer auf dem Dorf aufgewachsen ist, wusste ohnehin früh: Mobilität bedeutet nicht, jederzeit irgendwohin fahren zu können. Sie bedeutet einfach nur, genau zu wissen, wann der letzte Bus (hoffentlich) zurückfährt.
Der Kreisjugendring Gifhorn möchte aktuell wissen, wie junge Menschen Bus und Bahn im Landkreis tatsächlich erleben: ob Verbindungen passen, Busse zu spät kommen oder überfüllt sind, wie es nach Schulschluss, abends und am Wochenende aussieht und was besser werden müsste. Die anonyme Befragung läuft noch bis zum Ende der Herbstferien. Teilnahme unter forms.gle/19kMvzDsjoKyjyVt9.