KURT stellt 3 Fragen
3 Fragen an Pilzcoach Katrin Grundmann aus Transvaal: Endlich Pilzzeit, also Korb raus, ab in den Wald
Malte Schönfeld Veröffentlicht am 08.10.2026
Bei der Suche nach schmackhaftem Fungus kennt sich kaum jemand so gut aus wie Pilzcoach Katrin Grundmann.
Foto: Michael Uhmeyer
Draußen in der Natur ist schnell der manchmal anstrengende Alltag vergessen. Gassigeher, Läuferinnen und Wanderer können davon ein fröhliches Lied pfeifen. Und gerade jetzt sieht man immer wieder eingepackte Personen mit Korb unter dem Arm: die Pilzsammler. Manche sind im Herbst regelrecht vom Pilzjagdfieber gepackt. Besonders viel Ahnung hat Katrin Grundmann aus Transvaal. Sie ist Pilzcoach, lehrt in Volkshochschulkursen und plant, bald die Prüfung zur Pilzsachverständigen ablegen zu können.
Wie bei jedem anderen Hobby geht‘s nicht ohne die korrekte Ausrüstung. Was braucht es, um Pilze zu sammeln?
Vieles davon ist in fast jedem Haushalt vorhanden: ein luftiger Korb, bloß nichts aus Plastik, ein Küchenpinsel oder eine kleine weiche Bürste, ein kleines Küchenmesser. Besser noch ein Pilzmesser, ist aber kein Muss.
Wichtig ist ein extra Behältnis, falls man eine unbekannte Pilzart zu Hause in Ruhe mit Hilfe eines Buchs oder dem Rat einer Pilzberaterin oder eines Sachverständigen bestimmen möchte.
Es braucht wetterfeste Kleidung und angepasstes Schuhwerk. Man sollte Wetterbericht und Uhrzeit immer im Auge behalten. Lohnend ist ein Blick auf die Landkarte. Und ratsam ist, sich vorher zu informieren und den Startpunkt der Wanderung zu merken. GPS-Daten können da helfen. So sieht man vorher schon, ob das geplante Suchgebiet unter Naturschutz steht.
Und ein letzter Hinweis: Bitte auch an den Zeckenschutz denken. Da helfen Sprays und sonst auch einfach mal die Socken über die Hose zu ziehen.
Wo im Landkreis Gifhorn sind die besten Pilz-Hotspots zu finden?
Der Landkreis Gifhorn ist einer der größten Niedersachsens mit sehr vielfältigen Biotopen. Er lebt auch von seinem sehr hohen Artenreichtum an Pilzen, weit mehr als nur Steinpilz und Marone. Nadel- und Laubwald, Heidewege – es ist einfach vielfältig und jeder kann sich seiner Artenkenntnis nach ein entsprechendes Gebiet suchen. Viele Pilze wachsen oft schon an den Wegrändern. Aber bitte nicht an den Straßenrändern sammeln; dort sind Pilze stark mit Schadstoffen belastet.
Wie sehen eigentlich die idealen Wetterbedingungen für Pilze aus – und wie schädlich ist der Klimawandel?
Verschiedene Pilzarten lassen sich das ganze Jahr über sammeln. Für Speisepilzsammler ist meist im Herbst Hauptsaison. Wichtig ist vor allem Regen: Wasser ist absolute Voraussetzung.
Der Klimawandel ist da auch deutlich spürbar. Lange Perioden ohne Regen und mit großer Wärme – da wachsen keine Pilze.
Mit diesen 9 Pilz-Tipps kann nichts schiefgehen
Mit diesen 9 Pilz-Tipps kann nichts schiefgehen
- Nur Pilze sammeln, die sicher erkannt sind.
- Weiche und alte, schimmlige, madige Pilze lieber stehen lassen.
- Pilze direkt im Wald grob vorputzen.
- Nur so viele Pilze sammeln, wie am gleichen Tag bei einer Mahlzeit
verzehrt werden. - Pilze wie rohes Fleisch behandeln, immer gut durchgaren.
- Keine rohen Pilze essen, mindestens 15 Minuten bei 70 °C erhitzen.
- An Pilzlehrwanderungen teilnehmen und Pilzkurse besuchen.
- Nicht auf Pilz-Apps verlassen, lieber Beratungsstelle aufsuchen.
- Um Pilze zu bestimmen, müssen Hut, Stiel und bestenfalls Knolle vorhanden sein.
Was der geschulte Blick der Expertin alles findet: Saftling (von oben), Schwefelporling, Steinpilz und Krause Glucke.
Foto: Katrin Grundmann
Was der geschulte Blick der Expertin alles findet: Saftling, Schwefelporling, Steinpilz und Krause Glucke.
Foto: Katrin Grundmann
Was der geschulte Blick der Expertin alles findet: Saftling, Schwefelporling, Steinpilz und Krause Glucke.
Foto: Katrin Grundmann
Was der geschulte Blick der Expertin alles findet: Saftling, Schwefelporling, Steinpilz und Krause Glucke.
Foto: Katrin Grundmann
Bei Unwohlsein oder Beschwerden nach dem Verzehr von Pilzen:
Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen
Giftnotruf: Tel. 0551-19240