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Nur die Wurst schmeckte: MTV patzt zum Saisonstart - Gifhorns Oberliga-Fußballer verlieren das Derby gegen Lupo Martini mit 0:2

Jens Neumann Veröffentlicht am 13.08.2022
Nur die Wurst schmeckte: MTV patzt zum Saisonstart - Gifhorns Oberliga-Fußballer verlieren das Derby gegen Lupo Martini mit 0:2

Viel reingehauen, wenig rausgeholt: Razak Iddrisu (Bild oben links), MTV-Neuzugang Wayne Rudt (Bild unten links) sowie Melvin Luczkiewicz (großes Bild, links) und Arne Jaeger nach dem 0:2 zum Liga-Start.

Foto: Sebastian Priebe

Erst gab‘s Gegrilltes, Salate und kühle Getränke, dann einen Saisonauftakt, der keinem mehr schmeckte. Die Oberliga-Fußballer des MTV Gifhorn mussten sich im ersten Punktspiel der Serie 2022/2023 dem Nachbarn Lupo Martini Wolfsburg mit 0:2 geschlagen geben und legten vor rund 400 Zuschauern im GWG-Stadion einen Fehl(er)start hin – sicherlich nicht die Traumvorstellung.

Zur Einstimmung auf die neue Spielzeit hatte die Marketing GmbH des MTV Sponsoren und Gönner der Schwarz-Gelben zur Saisoneröffnung geladen, in deren Verlauf auch die neuen Trikots präsentiert wurden. Hatten die Gifhorner die Vorbereitung komplett in einem grauen Ausweichsatz bestritten, liefen sie gegen Lupo erstmals in einem schwarzen Dress mit gelben Hosen auf – eigentlich das Auswärtstrikot des MTV. Das neue gelbe Jersey bekamen somit nur die geladenen Gäste beim Empfang zu sehen, bei dem Niklas Pieper es übergezogen hatte.

Olaf Heuer, Geschäftsführer der Marketing GmbH, bedankte sich in seiner Begrüßung bei allen, die den MTV – egal auf welchem Weg – in der Oberliga unterstützen und übergab anschließend das Wort an Trainer Georgios Palanis, dessen größter Wunsch für den Tag sich nicht erfüllen sollte: „Das Wichtigste sind heute die drei Punkte.“ Und dafür, so Kapitän Tobias Krull, „haben wir viel investiert in den letzten sechs Wochen. Gefühlt haben wir jeden Tag trainiert und hoffen nun, dass wir mit attraktivem Fußball frühzeitig den Klassenerhalt schaffen.“

Das hofft auch Bürgermeister Matthias Nerlich, der schmunzelnd in Richtung des Trainers sagte: „So spannend wie in der letzten Saison muss es diesmal ja nicht werden.“ Die Schwarz-Gelben hatten bekanntlich erst am letzten Spieltag der Abstiegsrunde den Klassenerhalt perfekt gemacht.

Die Gifhorner, sie waren hungrig auf die neue Saison, wollten gegen Lupo gleich „zubeißen“, Appetit auf mehr machen. Das merkten auch die rund 400 Zuschauer im gut gefüllten GWG-Stadion, denn die beiden Mannschaften schenkten sich nichts. In den Zweikämpfen ging es, wie es sich für ein Derby gehört, ordentlich zur Sache – es entwickelte sich im ersten Durchgang ein intensives, ein unterhaltsames Fußballspiel.

Die Gäste aus Wolfsburg, bekannt für ihre Ballsicherheit, hatten erwartungsgemäß mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz. Doch spätestens in Strafraumnähe war Schluss für sie. Die Gifhorner Defensive um Athanasios Palanis und Arne Jaeger stand sicher, ebenso wie Lupos Abwehr. So war das Spiel lange Zeit geprägt von Zweikämpfen im Mittelfeld, die es dafür in sich hatten, in denen es rauschte. Aber: Auch das ist Derby!

33 Minuten passierte nicht viel in den Strafräumen, bis sich die Gifhorner eben den ersten großen Patzer erlaubten. Routinier Marvin Luczkiewicz suchte unnötig das 1-gegen-1-Duell mit Lupos Maxim Safronow, verlor das Leder so in der Vorwärtsbewegung. Und der Achter der Wolfsburger steckte den Ball gleich auf den Ex-Gifhorner Timon „Halli“ Hallmann durch, der eiskalt und überlegt vollstreckte – das 0:1. Ausgerechnet Halli halt, der schon im Vorjahr an gleicher Stelle zur Gästeführung getroffen hatte. Auch damals hatten die Kreuzheider das Derby am Ende mit 2:0 für sich entschieden.

Die Schwarz-Gelben zeigten sich aber keineswegs geschockt, waren um die prompte Antwort bemüht – und auch ganz dicht dran! Flanke Arne Jaeger, Kopfball Lasse Denker in die Mitte, wo Athanasios Palanis zur Stelle war – und das Leder per Kopf an die Unterkante der Latte (40.) bugsierte. Da fehlten nur Zentimeter! Keine 180 Sekunden später leisteten sich die Gifhorner den nächsten Lapsus: Razak Iddrisus Rückpass geriet zu kurz, Lupos Youngster Giosue Tortora nahm das zweite Geschenk dankend an, lief MTV-Keeper Tobias Krull aus und schob mühelos zum 2:0 ein.
Es war zugleich der Endstand. Georgios Palanis versuchte zwar, in Durchgang zwei durch fünf Wechsel frischen Wind ins Spiel zu bringen, doch die erhoffte Wirkung blieb aus. „Wir haben keine Durchschlagskraft gehabt, keinen Zug mehr zum Tor entwickelt“, monierte Gifhorns Trainer. „Wir haben gegen eine angebliche Spitzenmannschaft gespielt, die uns nicht dominiert hat. Wir haben es dem Gegner bei den Toren aber leider zu leicht gemacht“, schloss er mit Blick auf Fehler.

Es waren Treffer, die zum Saisonauftakt keinem Gifhorner schmeckten – genauso wie die vierte Derbyniederlage in Serie gegen die Wolfsburger. Doch diese hatten sich die Oberliga-Fußballer vom MTV Gifhorn nun einmal selbst zuzuschreiben, die ihre Lehren aus dem Fehl(er)start ziehen müssen. Schließlich sollen beim MTV in nächster Zeit nicht nur Gegrilltes, Salate und Getränke schmecken, sondern auch die Ergebnisse…