KURT vor Ort

Kidical Mass - Junge Gifhorner*innen demonstrieren auf ihren Rädern für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Philip Knotz Veröffentlicht am 21.09.2020
Kidical Mass - Junge Gifhorner*innen demonstrieren auf ihren Rädern für mehr Sicherheit auf dem Schulweg

Kurz vor Ende der langen Route sind einige Kinder noch stabil am mitradeln – andere entspannen bereits im Lastenrad. Verdient haben sie es sich allemal.

Foto: Philip Knotz

Sie fordern bessere Radwege in Gifhorn: Rund 50 Radfahrerinnen und Radfahrer starteten am Freitag um Punkt 17.07 Uhr vom Parkplatz an der Flutmulde, um unter Polizeibegleitung mit ihren Rädern auf der Straße für ihre Ziele einzutreten – beziehungsweise zu strampeln. „Critical Mass“ heißt diese Demonstrationsform. Diesmal mit dabei: die jüngsten Radfahrer*innen Gifhorns! Grundschul- und Kindergartenkinder starteten bei der sogenannten „Kidical Mass“. Denn passend zum Weltkindertag am 20. September fanden deutschlandweit etwa 90 dieser Aktionen statt – eine davon in unserem beschaulichen Gifhorn.

Während die Kinder zum ersten Mal an einer Kidical Mass teilnehmen, ist Emma Linse (20) schon seit Beginn der üblicherweise monatlichen Critical Mass dabei. Mittlerweile hat sie sogar einen eigenen Lauti-Anhänger gebastelt – "um durch laute Musik Stimmung auf der Demonstration zu machen“, erläutert Konstrukteurin Linse begeistert. Über die Fahrrad-Demos dröhnt nun laut Musik – in Dauerschleife laufen zum Beispiel „Mein Fahrrad“ von den Prinzen oder „Ich fahr so gerne Rad“ von Peter Petrel.

Emma Linse zeigt stolz ihre neu gebastelte Beschallungsanlage.

Foto: Philip Knotz

Für die Kidical Mass haben sich die Organisatorinnen und Organisatoren zusammen mit der Gifhorner Polizei extra ein ausgeklügeltes Konzept ausgedacht. Gemeinsam mit den ganz jungen Radfahrer*innen wurde erst eine kleine Runde von etwa 1,5 Kilometern gedreht, die locker für alle schaffbar war. Zurück an der Flutmulde startete dann die längere Critical Mass – und einige der ganz Kleinen stiegen dafür dann in Lastenräder oder Fahrradanhänger um.

Organistor Holger Weber erklärt allen erfahrenen und neuen Teilnehmer*innen die Verhaltensregeln bei der Fahrrad-Demo.

Foto: Philip Knotz

Ursula Schwarting – gemeinsam mit Kindern und Mann gekommen – organisierte zusammen mit Holger Weber die Veranstaltung. Beide meinen, dass die ohnehin schon schlechte Verkehrssituation in Gifhorn für Kinder besonders gefährlich sei. „Insbesondere vor Grundschulen birgt die Verkehrssituation für Kinder große Gefahren“, sagt Ursula Schwarting, die selbst Kinder im Grundschulalter hat. Ihrer Ansicht nach müssten Kinder zu Fuß vor Grundschulen immer Vorrang haben, dann Kinder mit dem Rad – das Auto sollte immer Rücksicht nehmen. Parkplätze vor Schulen dürfe es gar nicht geben, damit Autos überhaupt nicht erst in die unmittelbare Nähe kämen.

Um auf die Belange der Kinder aufmerksam zu machen, soll es nun jedes Jahr zum Weltkindertag eine Kidical Mass geben – darüber hinaus weiterhin an jedem dritten Freitag im Monat ab 17 die Critical Mass, an der Emma Linse schon so häufig teilgenommen hat.