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Unsere Innenstadt lebt vom Aufenthalt: Die Gifhorner Grünen fordern endlich die Umsetzung des Leitbilds Mobilität 2030

Redaktion Veröffentlicht am 17.07.2026
Unsere Innenstadt lebt vom Aufenthalt: Die Gifhorner Grünen fordern endlich die Umsetzung des Leitbilds Mobilität 2030

Arbeiten an einem durchgängigen Netz, um Gifhorns Verkehr zu entlasten: Anke Klitzke und Hagen Schink von den Grünen.

Foto: Michael Uhmeyer

Wenn sich das Autoaufkommen in der Stadt Gifhorn reduzieren ließe, würden alle Verkehrsteilnehmer und der Einzelhandel in der Innenstadt profitieren. Davon gehen die Gifhorner Grünen aus. Im Fokus steht dabei der City-Ring, über dessen Zukunft viel diskutiert wird. Doch die Planungen für punktuelle Umbaumaßnahmen reichen den Ratsmitgliedern Anke Klitzke und Dr. Hagen Schink nicht aus. Sie sprechen sich für das Klimaschutzszenario aus.

Viele Menschen fahren in Gifhorn Auto, gleichzeitig hat der Rat das Klimaschutzszenario des Leitbilds Mobilität 2030 beschlossen. Passt das zusammen?

Klitzke: Ja. Das Klimaschutzszenario bedeutet: weniger Autofahrten, mehr Wege zu Fuß, mit dem Rad und ÖPNV. Dass heute viele Auto fahren, zeigt nur, dass Alternativen oft noch nicht attraktiv genug sind.

Warum reicht Ihnen das City-Ring-Gutachten nicht?

Schink: Weil es nur einzelne Stellen verbessert. Mal ein sicherer Radweg, mal eine bessere Kreuzung – das hilft, aber löst das Grundproblem nicht. Wer Rad fährt oder zu Fuß geht, braucht eine sichere Strecke von Anfang bis Ende.

Was hätte geprüft werden müssen?

Klitzke: Eine grundlegende Neuordnung. Etwa eine Einbahnstraße für Autos, um Platz für sichere Radwege zu schaffen. So entsteht Raum für eine attraktivere Innenstadt. Diese Option wurde jedoch nicht untersucht.

Warum ist das so wichtig?

Schink: Weil nur ein durchgängiges Netz Menschen wirklich zum Umsteigen bewegt. Genau das fordert das Klimaschutzszenario.

Und was ist mit dem Einzelhandel?

Klitzke: Innenstädte leben vom Aufenthalt, nicht vom Durchfahren. Wer zu Fuß oder mit dem Rad kommt, bleibt oft länger und kauft mehr.

Wie steht‘s um die Erreichbarkeit?

Schink: Die bleibt. Alle Ziele sind weiterhin vollständig erreichbar, auch mit dem Auto – nur die Wege verändern sich. Gleichzeitig wird dafür der Verkehr insgesamt entlastet.

Wie lautet also Ihr Vorwurf an die Verwaltung?

Klitzke: Es fehlt der Mut für echte Veränderung. Große Lösungen wurden nicht geprüft. Statt Zukunft zu gestalten, wird der Status quo verwaltet.

Welches Fazit ziehen Sie?

Schink: Der Rat hat sich klar entschieden, der Bürgermeister hat das Klimaschutzszenario favorisiert. Und wir fordern die Umsetzung des Leitbilds Mobilität 2030. Jetzt braucht es entschlossene Maßnahmen, die diesem Ziel gerecht werden – sonst bleibt es ein Beschluss auf einem Papier.


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