Schützenfest in Brome
So gut wie jedes Jahr fließen in Brome die Freudentränen: Das Schützenfest startet am 26. Juni und begeistert die Region
Malte Schönfeld Veröffentlicht am 24.06.2026
Die vier Schwarzen Nils Schödler (links), Torsten Robert, Markus Wegener und Jörg Wichmann stellen Majestät Ulrich Bethke (3. von rechts) und Antje (daneben) sowie Kronprinz Ulrich Gottschlich mit Nicole vor.
Foto: Privat
Wenn die stimmungsvolle Dämmerung über die rauen Mauern der Burg fällt und nur das Licht der Fackeln noch die Gesichter der Schützen erhellt, dann weiß jeder Bromer: Die fünfte Jahreszeit hat begonnen. Der große Zapfenstreich im historischen Hof der Burg Brome gehört für den Schützenverein zum Kulturgut und ist der Auftakt zum Schützenfest. Vom 26. bis zum 28. Juni lädt der Schützenverein Brome seine Mitglieder, befreundete Korps und die Einwohner dazu ein, bei diesem Spektakel dabei sein zu sein.
Wie schrieb es der Historiker Dr. Christian Karl Frey vor gut einem Jahr im KURT: „Fünf Burgen, 50 Burgen – wahrscheinlich wissen nur die wenigsten Bürgerinnen und Bürger, wie viele Burgen es im Landkreis Gifhorn gibt. Tatsächlich sind es 20, und damit ist unser Landkreis eine der burgenärmsten Regionen Deutschlands.“ Der in Wahrenholz aufgewachsene Historiker war bis zum vergangenen Sommer Leiter des Museums Burg Brome und ein ausgewiesener Fachmann, wenn es um Burgen und Schlösser geht – seit seinem Abschied ist er Leiter des Europäischen Burgeninstituts nahe Koblenz am Rhein.
Einst als Grenzbefestigung gegründet, dann mehrfach umgebaut, erweitert und schließlich zum barocken Amtssitz transformiert ist die Burg Brome einmal im Jahr die Kulisse für wunderbare Kulturpflege. „Zu unserem Zapfenstreich kommen viele, die nicht zum Verein gehören“, erklärt Markus Wegener, der beim Schützenverein zu den sogenannten Schwarzen und damit zum Organisationskommitee gehört. Er findet: So etwas gilt es zu wahren. „Wirklich ein Alleinstellungsmerkmal, ein Gänsehautmoment.“
Seit mehr als 20 Jahren reist der Spielmannszug Wustrow für diesen Abend nach Brome, um die Aufführung der militärischen Ehren entsprechend zu begleiten. Für Ausschank in greifbarer Nähe ist selbstverständlich gesorgt. „Das ist einmalig“, sagt auch Nils Schödler, ebenfalls Mitglied im Organisationsteam und Teil der vier Schwarzen, die aus Schafferei und Schatzmeisterei bestehen. „Schöner geht‘s fast nicht.“ Zuvor holen die Schützen ihre Fahnen ab, besuchen den Bürgermeister. Das ist der Auftakt zu drei Tagen in trauter Gemeinschaft, Tradition und Tanz.
Zapfenstreich mit Fackeln, die Burg als Kulisse – das ist wirklich einzigartig in Brome.
Foto: Privat

Ein anderes Highlight ist die Königstafel im Festzelt, die früher in den Bromer Stuben stattfand. Im Mittelpunkt stehen die Majestäten, die nun zwölf Monate regieren durften – es ist quasi ihre letzte Amtshandlung. Hier kommen die Offiziere und Korpsvorstände zusammen, außerdem eingeladen sind Funktionäre aus befreundeten Vereinen. „Emotionale Reden werden gehalten, persönliche Geschenke gereicht“, verrät Markus Wegener. „Da fließen jedes Jahr die Tränen.“ In diesem Jahr dreht sich alles um Majestät Ulrich Bethke und Kronprinz Ulrich Gottschlich.
Schützenumzug, Königsschießen, Ordensverleihung – in Brome geht‘s ansonsten zu wie überall, wo Schützenfest gefeiert wird. Abends lassen Alte Gilde, Jägercorps, Feine Garde und Jungschützen die Korken knallen. Samstag mit DJ Wallo ist das Festzelt rappelvoll, wie Schaffer Nils Schödler meint: „Früher hatten wir viel Live-Musik, doch das haben wir irgendwann geändert. Die DJs schaffen es immer wieder, die Stimmung zum Beben zu bringen.“ Und wer lieber echte Instrumente hören mag, für den ist dann der Sonntag reserviert, wenn abends der Musikzug Hillerse 50 Kilometer durch den Landkreis reist, um im Bromer Festzelt auch die letzte Bank zum Tanzen zu animieren.
Das Schützenfest in Brome wäre aber nicht vollständig, wenn nicht auch über die jüngsten Mitglieder und Gäste gesprochen würde. Denn das Kinderschützenfest in Brome ist am Sonntag ein wichtiger Teil des Tagesprogramms. Im Zelt werden zwei Stunden lang Tänze mit Betreuern eingeprobt und kleine Spiele gespielt, während Mama und Papa in Ruhe einen Plausch halten können. „Die Jugend ist die Zukunft“, unterstreicht Schatzmeister Markus Wegener.
Doch auch draußen, außerhalb der dicken Zeltwände, ist natürlich einiges zu erleben: Schießbude, kleines und großes Karussell, hier lässt sich prächtig der Rummel genießen. Und der lockt über die Gemeindegrenzen hinaus reichlich Besucherinnen und Besucher nach Brome. „Wir freuen uns“, meint Nils Schödler und Markus Wegener stimmt seinem Schützenbruder zu, „wenn am Ende niemand etwas zu meckern hatte und alles geklappt hat.“
Das plant Brome für sein großes Schützenfest
Fr. 26.06.
22.30 Uhr: Großer Zapfenstreich im Burghof Brome mit der Neuen Stadtmusik Lüchow und dem Spielmannszug Wustrow
Sa. 27.06.
12.30 Uhr: BeginnUmmarsch durch den Ort
14.30 Uhr: Bunter Nachmittag, öffentliche Kaffeetafel mit Kuchen und Musik, Eintritt frei
21 Uhr: Öffentlicher Tanz im Festzelt mit DJ Wallo
So. 28.06.
10.45 Uhr: Ummarsch durch den Ort und Anbringen der Königsscheibe beim neuen König oder bei der neuen Königin
12.30 Uhr: Öffentliches Schützenfrühstück im Festzelt mit den Original Fulauer Musikanten
15 Uhr: Öffentliche Kaffeetafel mit Kuchen und Musik, Eintritt frei
16 Uhr: Kinder- und Jugendschützenfest, Eintritt frei
20 Uhr: Öffentlicher Tanz im Festzelt mit dem Musikzug Hillerse, Eintritt frei
Schützenfest in Brome:
Freitag bis Sonntag, 26. bis 28. Juni
Sportplatz, Brome