Mobilität (Anzeige)
Nach 50 Jahren fährt Isenbüttel wieder Bahn: Einst weckte der Bahnhof den politischen Geist von Bürgermeister Jannis Gaus
Malte Schönfeld Veröffentlicht am 03.06.2026
Vor 16 Jahren engagierte sich der junge Jannis Gaus für einen Bahnhof, heute freut sich der Samtgemeindebürgermeister auf den Baubeginn.
Foto: Michael Uhmeyer
Isenbüttel bekommt seinen eigenen Bahnhof: Das verkündete jetzt der Regionalverband Großraum Braunschweig. Künftig hält am westlichen Ortsrand die RB47 zwischen Braunschweig und Uelzen. Gegen Jahresende soll die eigens dafür errichtete Bahnstation in Betrieb genommen werden.
Für Isenbüttels Samtgemeindebürgermeister Jannis Gaus ist der Bau eine politische Herzensangelegenheit. Denn vor 16 Jahren löste diese Lücke im Nahverkehr den Wunsch bei ihm aus, aktiv zu werden. „Damals wollte ich mit meinen Freunden nach Braunschweig zum Feiern fahren“, erinnert er sich. „Doch als 16-Jähriger aus dem ländlichen Raum stellte sich das als äußerst schwierig heraus.“ Der aufgeweckte Jannis Gaus machte mobil, initiierte gleich eine Facebook-Gruppe und mischte die politische Debatte auf, um erstmals seit 1976 wieder in Isenbüttel Bahn fahren zu können.
Nun also ist es endlich so weit: „Man muss viele Bretter bohren für solch ein Projekt“, weiß der SPD-Politiker. „Aber es zeigt auch, dass man mit Geduld und Hartnäckigkeit Erfolge erzielt.“ Und wie wichtig Teamwork ist. Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies machte sich für den Bahnhof stark, der SPD-Landespolitiker und Regionalverbandvorsitzende Detlef Tanke verlieh dem Projekt Nachdruck, und auch Gifhorns Bundestagsabgeordneter Hubertus Heil „hat den einen oder anderen Brief an die Bahn geschrieben“, verrät Jannis Gaus.
Glücklich ist er nun mit der Entscheidung. Doch die nächste Aufgabe hat er schon ausgemacht: „Wir müssen nun die Menschen aus den umliegenden Ortschaften – ob Allenbüttel, Edesbüttel, Ribbesbüttel, Vollbüttel oder Wasbüttel – mit einem Flexo-Bus-System zum neuen Bahnhof bringen.“