Feuerwehr-Jubiläum in Wilsche

Man kann den Ernstfall auch mit gehörig Spaß proben: Die Wilscher Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr geben alles

Malte Schönfeld Veröffentlicht am 13.05.2026
Man kann den Ernstfall auch mit gehörig Spaß proben: Die Wilscher Jugendfeuerwehr und Kinderfeuerwehr geben alles

Jugendfeuerwart Sebastian Müller (Foto unten, im Bild rechts) und sein Team zeigen dem Nachwuchs, worauf es im Einstz ankommt.

Foto: Privat

Die Bedeutung der Jugendfeuerwehr ist für Sebastian Müller klar: „Sie ist der Grundstock. Ohne Nachwuchs funktioniert das System Feuerwehr schlichtweg nicht.“ Seit zwei Monaten ist der 44-Jährige offiziell im Amt des Jugendfeuerwarts, doch seine eigene Geschichte bei den Wilscher Brandschützern reicht weit zurück bis ins Jahr 1993. Für ihn ist die Arbeit mit den Jugendlichen eine Herzensangelegenheit, die trotz des hohen Zeitaufwands eine enorme Belohnung bietet. „Man sieht einfach, weshalb es sich lohnt, wenn man die Fortschritte der Kinder und Jugendlichen miterlebt.“

In einer Zeit, in der Ganztagsschulen und das Internet eine starke Konkurrenz um die Freizeit der Kinder darstellen, hat Wilsche 2018 reagiert und eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Hier können bereits 6-Jährige spielerisch die Welt der Retter entdecken, bevor sie mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr wechseln. „Die Kinder entscheiden sich heute sehr früh für Vereine, da mussten wir einfach präsent sein“, erklärt Sebastian Müller. Aktuell zählt die Gruppe 25 Mitglieder, die fast alle direkt aus Wilsche kommen. Das intakte Dorfleben und Freundeskreise machen es möglich – zehn Betreuer helfen dem Jugendwart bei der Ausbildung der Nachwuchsretter.

Sebastian Müller räumt zwar ein, dass spontane Absagen und die Ablenkung der digitalen Welt manchmal nerven können, doch der Gemeinschaftssinn der Feuerwehr bleibt ungebrochen. „Wir sehen die Kinder vielleicht nur wenige Stunden in der Woche, doch wir prägen sie entscheidend mit“, ist sich Wilsches Jugenfeuerwart sicher.

Und so hat alles begonnen: Neben den erwachsenen Einsatzkräften gingen ab 1976 auch die Jugendlichen in Wilsche zur Feuerwehr.

Foto: Privat

Was die Jugendlichen bei der Feuerwehr erfahren, geht weit über das Handwerkliche hinaus. „Bei uns lernen sie fürs Leben“, betont Sebastian Müller. Zwar stehen die Grundkenntnisse eines Einsatzes – wie kommt das Wasser vom Teich zum Brandherd oder welche Fahrzeuge gibt es? – im Fokus, doch die Werte wie Teamgeist, Hilfsbereitschaft und Verantwortung wiegen genauso schwer. Die Jugendlichen testen ihr Geschick, beweisen sportliche Ausdauer und lernen im Zeltlager erste Kochkünste oder das Verarzten kleinerer Verletzungen.

Das Jahr der Jugendfeuerwehr ist prall gefüllt mit Highlights. Es beginnt sportlich mit Völkerball-Turnieren auf Stadtebene und führt im Frühsommer zu den großen Wettbewerben wie Löschangriff mit Hindernissen, Saugleitung zum offenen Gewässer legen, Schläuche fehlerfrei verwenden und 400-Meter-Staffellauf.

Doch der Spaß kommt abseits der Übungen nicht zu kurz. Ob Kanutouren, Draisine fahren, Besuche im Hochseilgarten, das klassische Zeltlager oder längere Ausflüge mit Wikingerschach und Sandburgen bauen – „die Gemeinschaft steht immer im Mittelpunkt“.

Tag der Feuerwehr zum Jubliäum:
100 Jahre Freiwillige Feuerwehr & 50 Jahre Jugendfeuerwehr Wilsche

Samstag, 16. Mai, ab 13 Uhr,
Feuerwehrhaus, Gamsener Straße 3, Wilsche


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