Schützenfest in Isenbüttel
Angefangen als Zugereiste ist sie jetzt die Majestät: Tanja Mittmann liebt das Schützenfest in Isenbüttel
Malte Schönfeld Veröffentlicht am 03.06.2026
Stolz führt Tanja Mittmann – inzwischen eine echte Isenbüttelerin – ihr Königshaus als Große Majestät an. Die Stimmung ist prächtig.
Foto: Privat
Stellt man sich die Frage, wie das Schützenwesen im Landkreis Gifhorn eigentlich so lange überdauern konnte und warum die Begeisterung dafür schier ungebrochen ist, dann hat das auch etwas mit seiner Herzlichkeit zu tun. Denn wenn man sich selbst der Sache freundlich und zugewandt nähert, dann zahlt einem das Schützenwesen auch etwas zurück. Davon kann auch Tanja Mittmann ein Lied singen. Sie ist amtierende Große Majestät in Isenbüttel und freut sich tierisch auf das Schützenfest, das vom 5. bis 7. Juni steigt.
Es hat ein wenig gedauert, zugegeben. Genau genommen 28 Jahre. Denn Tanja Mittmann, heute 52, trat mit 24 Jahren ins Bürgerschützencorps Isenbüttel ein. Wenn man sie fragen würde, würde sie zugeben: Ja, Große Majestät, da ist sie eine Spätzünderin.
Manche Dinge dauern eben so lange, wie sie dauern müssen. Tanja Mittmann kommt ursprünglich aus dem Raum Bremen, das Dorfleben lernte sie erst mit dem Umzug nach Isenbüttel kennen. Aber – und das möchte man nicht verheimlichen – in ihrer Bremer Zeit besuchte sie allerhand Schützenfeste in der Umgebung. „Ich war in einem Spielmannszug aktiv, habe Flöte gespielt“, nickt Tanja. Damals hatte sie für den Schießsport und das Schützenwesen aber weniger übrig. Vielleicht hat einfach nur jemand gefehlt, der sie zum Training schubst, überlegt sie. Denn häufig braucht‘s ja gar nicht mehr.
So war es dann jedenfalls nach einigen Jahren in Isenbüttel. Die Kinder waren aus dem Gröbsten raus, wie man sagt, Mama Tanja hatte wieder mehr Zeit – und vor allem einen kleinen Kitzel, wieder mehr unter Leute zu kommen. Da packte sie doch gleich eine Freundin und meinte: Du kommst jetzt einfach mal zum Schießen mit. „Ich habe gleich gemerkt, wie ich das Zusammensitzen, das Soziale vermisst habe“, erzählt Tanja. Und deswegen blieb sie dabei. „Plötzlich gehörte es einfach dazu.“ Auch, weil der Sport sie begeisterte.
Als sie nach Isenbüttel zog, wohnte und arbeitete sie am Tankumsee. Natur, Wasser, alles schön und gut. „Aber erst der Schützenverein hat mir geholfen, in Isenbüttel anzukommen. Ich habe viele Leute kennengelernt, und die Zusammengehörigkeit ist schon besonders.“ Das BSC mag sie auch deswegen, weil die Kinder dabei sein können. Tochter Jacqueline ist bis heute dabei.
Dass es im vergangenen Jahr dann sogar mit einem „Glücksschuss“ klappte, erfreut Tanja Mittmann bis heute. Große Majestät – das klingt schon gut in ihren Ohren. Doch die einzige ist sie natürlich nicht, die 2025 abräumte: Kleine Majestät wurde Kevin Weber, Altersmajestät Peter Funck, Jill-Maya Hoffmeister machte sich zur Juniorenmajestät, die Gedächtnisscheibe holte Sabine Beskow und die Ratskette schnappte sich Stephan Zimmermann, Kindermajestät wurde Joana Sacht und Heiko Hagedorn durfte sich Volksmajestät nennen.
Trotzdem dauerte es ein wenig, bis Tanja Mittmann sich an den neuen Adelstitel gewöhnte. In der Bank wurde sie mit „Meine Majestät“ angesprochen, von einer Person, die sie privat nicht kannte.
„Da bin ich gleich errötet“, schmunzelt sie. „Mir war klar: Jetzt hast Du es geschafft“, lacht Tanja. In der gefühlten Rangordnung des Dorfes, da stand vermutlich nur noch der Bürgermeister über ihr – dann kam aber auch schon Tanja.
Schön waren die zwölf Monate als Große Majestät auch deswegen, weil sie mit ihren Schützendamen eine glückliche Zeit verbringen durfte. Nach Braunschweig ging es in den Escape-Room, später folgte Glasmalerei im Kultbahnhof. Die schöne Weihnachtsfeier mochte sie, allgemein das gesprächige Vereinsleben, Verantwortung bei der Aufsicht zu übernehmen. „Ich mache das
gerne und möchte den Schützenverein auch nicht mehr missen.“ Sind ja jetzt schließlich auch schon 28 Jahre, die Tanja Mittmann beim BSC Isenbüttel mitmitscht.
„Es ist immer schön, wenn Zugereiste gucken, was wir im Schützenverein machen und das Schützenfest besuchen“, findet die Große Majestät. Vermutlich, weil sie einst selbst so eine Zugereiste war und inzwischen vollständig im Kreis des Bürgerschützencorps aufgenommen wurde.
Auf dem Isenbütteler Schützenfest geht es seit einigen Jahren wieder hoch her.
Foto: Privat
Auf dem Isenbütteler Schützenfest geht es seit einigen Jahren wieder hoch her.
Foto: Privat
Auf dem Isenbütteler Schützenfest geht es seit einigen Jahren wieder hoch her.
Foto: Privat
I wear my sunglasses at night: Auf dem Festzelt in Isenbüttel ist die Tanzfläche bis tief in die Nacht mit Partygästen gefüllt.
Foto: Michael Uhmeyer (Archiv)
So feiert Isenbüttel sein 174. Schützenfest
Fr. 05.06.
18 Uhr: Eröffnung durch den Bürgermeister auf dem Festzelt mit Ehrentanz der scheidenden Majestäten und Umtrunk der scheidenden Großen Majestät
18.45 Uhr: Verabschiedung der amtierenden Majestäten
19.30 Uhr: Proklamation der neuen Majestäten
20 Uhr: Zeltdisko mit
DJ Alex und DJ Peter Schulz, Eintritt frei
Sa. 06.06.
11 Uhr: Sammeln aller Schützen auf dem Gutsplatz
11.15 Uhr: Kranzniederlegung am Ehrenmal, Umzug zur Abholung der Großen Majestät mit Begleitung durch den Spielmannszug MTV Stederdorf und dem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Groß Denkte
14 Uhr: Eintreffen der Majestäten auf dem Schützenplatz
14.30 bis 17.30 Uhr: Familienfest, Kaffee und Kuchen, Ausschießen der Kindermajestät und der Volksmajestät
18.30 Uhr: Proklamation der Kindermajestät und der Volksmajestät
20 Uhr: Live-Musik mit Up to Date
22 bis 2 Uhr: Shuttle-Service
So. 07.06.
10 Uhr: Gottesdienst in der Friedhofskapelle
10.45 Uhr: Sammeln aller Vereine und Gäste auf dem Gutsplatz zum großen Festumzug begleitet vom Posaunenchor Isenbüttel und dem Spielmannszug MTV Stederdorf
13 Uhr: Bürgerfrühstück, ausgerichtet durch die Firma Petermann, mit der Big Band Tappenbeck
Schützenfest in Isenbüttel:
Freitag bis Sonntag, 5. bis 7. Juni
Schulstraße, Isenbüttel