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Sexualisierte und häusliche Gewalt - Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann besucht Gifhorner Beratungsstelle

Redaktion Veröffentlicht am 19.09.2020
Sexualisierte und häusliche Gewalt - Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann besucht Gifhorner Beratungsstelle

Ingrid Pahlmann (links) besuchte die Mitarbeiterinnen des Vereins Dialog in Gifhorn.

Foto: Wahlkreisbüro Ingrid Pahlmann

Sexualisierte und häusliche Gewalt bei Kindern und Jugendlichen ist ein Thema, welches nicht an jeden herankommt, aber doch alle etwas angeht. Wegschauen geht nicht, und doch wird es häufig übersehen. Gerade in der Corona-Krise, als Kindergärten und Schulen geschlossen waren, fehlte Betroffenen eine Anlaufstelle und die soziale Kontrollfunktion der Einrichtungen. Auch aus diesem Grund war es dem Verein Dialog aus Wolfsburg ein großes Anliegen, in Gifhorn eine Außenstelle zu eröffnen. Möglich machte dies die Zusammenarbeit des Vereins mit dem Landkreis Gifhorn, der Egon-Gmyrek-Stiftung und dem DRK-Kreisverband Gifhorn. Die Gifhorner Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann (CDU) besuchte jetzt die Einrichtung im Kirchweg 7 in Gifhorn, um sich über die Arbeit vor Ort zu informieren, das teilte das Wahlkreisbüro in einer Pressemitteilung mit.

Die Mitarbeiterinnen Caroline Wenk und Julia Hüffmeyer haben Ingrid Pahlmann empfangen. Sie möchten über das sensible Thema informieren, ihre Arbeit an die Öffentlichkeit bringen. Dass dies notwendig ist, habe sich im Gespräch bestätigt.

Wenn man die Berichterstattung in den Medien verfolgt, werde einem vor Augen geführt, welche Ausmaße sexualisierte und häusliche Gewalt gegen Kinder und Jugendliche hat, heißt es in der Mitteilung. Das Thema rufe ein hohes Maß an Scham bei den Betroffenen hervor, weshalb man auch von einer hohen Dunkelziffer ausgehen kann. Viele der Betroffenen trauen sich nicht, darüber zu sprechen. Deshalb gibt es die Gifhorner Außenstelle des Wolfsburger Vereins Dialog.

„Eine anonyme Beratung ist immer möglich und wir unterliegen der Schweigepflicht. Das senkt die Hemmschwelle, sich tatsächlich an uns zu wenden“, wird Julia Hüffmeyer in der Mitteilung zitiert. „Es können alle an uns herantreten, nicht nur Betroffene. Wenn zum Beispiel einer Lehrkraft oder einer Erzieherin etwas auffällig erscheint, aber er oder sie nicht weiß, wie man regieren soll, kann er oder sie sich an uns wenden. Wir werden dann vermitteln. Eine Beratung ist selbstverständlich immer freiwillig.“

Um die Gespräche in einer freundlichen Atmosphäre stattfinden zu lassen, wurden die Räumlichkeiten im Kirchweg saniert und umgestaltet. „Es ist alles sehr hell und freundlich, das erleichtert unsere Arbeit. Die Kinder müssen Vertrauen aufbauen und sich wohlfühlen. Das geht in diesem Umfeld am besten“, so Caroline Wenk.

Ein großer Bestandteil sei die Prävention in Kindergärten und Schulen. „Hier wäre es wünschenswert, wenn wir mehr leisten könnten. Es ist enorm wichtig, den Kindern beizubringen, dass sie persönliche Grenzen haben und diese schützen können“, wird Caroline Wenk in der Mitteilung.

„Die Anliegen der Betroffenen brauchen offene Ohren. Ich bin dankbar für die Arbeit, die hier vor Ort von Frau Wenk und Frau Hüffmeyer geleistet wird. Es ist traurig, dass überhaupt Ansprechpartnerinnen für dieses Thema gebraucht werden“, wird Ingrid Pahlmann, die unter anderem dem Familienausschuss des Deutschen Bundestages angehört, zitiert. Dort beschäftigen sich die Abgeordneten regelmäßig mit dem Thema. So berichtet der Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs dort von seiner Arbeit.

„Die Berichte des Beauftragten sind erschreckend und mahnen uns, dieses Thema nicht zu verdrängen. Umso wichtiger ist es, dass auch vor Ort kompetente Ansprechpartner zu finden sind. Mit einem so sensiblen Thema zu arbeiten, ist belastend. Deshalb möchte ich mich für Ihre Arbeit herzlich bedanken und meine Anerkennung für Ihren Einsatz aussprechen“, bedankt sich Ingrid Pahlmann bei Julia Hüffmeyer und Caroline Wenk sowie bei den Unterstützern für die hervorragende Zusammenarbeit.

Dialog e.V.
Kirchweg 7, Gifhorn
Tel. 05371-99129951
Offene Sprechstunden:
Di. 10 bis 12 Uhr
Do. 15 bis 17 Uhr
dialog-wolfsburg.de

Das Amt des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs wurde im Jahr 2010 eingerichtet und setzt sich für die Belange von Betroffenen und Angehörigen der Opfer ein. Der Beauftragte ist auch Ansprechpartner für Expertinnen und Experten aus der Praxis und Wissenschaft sowie für Politik und Gesellschaft. Er ist unabhängig, nicht weisungsgebunden und nur organisatorisch an das Bundesfamilienministerium angegliedert. Seit dem Jahr 2018 ist das Amt dauerhaft eingerichtet. Derzeit ist Johannes-Wilhelm Rörig zum Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs berufen.

Weitere Informationen, auch für Betroffene, gibt es im Internet unter www.kein-kind-alleine-lassen.de oder anonym und kostenfrei unter Tel. 0800 2255530. Auf der Internetseite ist auch ein Chat-Angebot zu finden.