Mobilität

Mobilität und Freiheit trotz Handicap: Die Isenbütteler KFZ-Werkstatt Mattes baut Fahrzeuge behindertengerecht um

Marieke Eichner Veröffentlicht am 23.06.2022
Mobilität und Freiheit trotz Handicap: Die Isenbütteler KFZ-Werkstatt Mattes baut Fahrzeuge behindertengerecht um

Sie führen das Vermächtnis von Rudi Mattes senior weiter: Enkelin Michelle Braschoß (3. von rechts), ihr Onkel Rudi Mattes junior (rechts), Mutter Anja (3. von links) sowie die Auszubildende und drei Gesellen.

Foto: Michael Uhmeyer

Stattliche 58 Jahre Firmengeschichte kann die KFZ-Werkstatt Mattes in Isenbüttel mittlerweile vorweisen. 1964 von Rudi Mattes senior gegründet und über die Jahre aufgebaut, führen die Nachkommen des im vergangenen Jahr Verstorbenen seine Arbeit fort. Die Familie gibt mit ihren Auszubildenden und den drei Gesellen alles, um für die Mobilität ihrer Kundschaft – die zweifelsohne ein Stück Freiheit bedeutet – zu sorgen. Und das gilt wirklich für alle Kunden: Denn im Mobilitätszentrum Mattes baut das Team Autos behindertengerecht um.

Wir machen weiter – so lautet das Motto in der alteingesessenen KFZ-Werkstatt Mattes in Isenbüttel. Denn auch nachdem Gründer Rudi Mattes senior im vergangenen November verstarb, führt seine Familie sein Vermächtnis mit Herzblut fort. „Bis zum letzten Jahr war mein Großvater noch mit dabei“, erzählt stolz Michelle Braschoß, die Enkelin des Gründers. „Bis zuletzt hat er die Werkstatt gemanagt – und das mit seinen 80 Jahren.“

Man schrieb das Jahr 1964, als Rudi Mattes senior zum ersten Mal die Tore seiner KFZ-Werkstatt in Isenbüttel für die Kundschaft öffnete. Damals noch in der Molkereistraße in einem ganz kleinen Rahmen. Ende der 60er Jahre folgte der Umzug an den neuen Standort. Dort wuchs und wuchs die KFZ-Werkstatt Mattes. Um die 30 bis 40 Mitarbeiter vereinte Rudi Mattes senior in der Spitze unter seinem Werkstattdach.

Heute ist der Mitarbeiterstamm deutlich kleiner. „Ich arbeite zusammen mit meiner Mutter Anja und unserer Auszubildenden im Büro“, zählt Michelle Braschoß auf. „Mein Onkel – Rudi Mattes junior – arbeitet ebenfalls im Büro und mit unseren drei Gesellen in der Werkstatt.“ Der Onkel sei der Chef, doch auch Michelle und ihre Mutter übernehmen leitende Aufgaben, so etwa die Organisation der Werkstatt. Über ihren Großvater erzählt sie voller Anerkennung: „Viele kannten ihn seit Jahrzehnten.“ Gerade darum sei es dem gesamten Team wichtig zu vermitteln, dass seine Arbeit fortgesetzt werde.

So kann ein Fahrzeug aussehen, das die Isenbütteler KFZ-Werkstatt Mattes behindertengerecht umgebaut hat.

Foto: Michael Uhmeyer

Diese Arbeit umfasst rund ums Fahrzeug alles. „Inspektion nach Herstellervorgaben, der TÜV ist täglich im Haus, Lackier- und Karosseriearbeiten bieten wir auch an“, zählt die Enkelin des Gründers auf. Hinzu kommen Service für Bremsen, Reifen und Klimaanlage sowie selbstverständlich die Reparatur aller Fabrikate. Freilich stellt die KFZ-Werkstatt Mattes auch einen kostenfreien Ersatzwagen zur Verfügung.

Jedoch: Die herausragende Besonderheit in der KFZ-Werkstatt Mattes ist der behindertengerechte Fahrzeugumbau. „Mein Onkel hatte 2006 einen schweren Verkehrsunfall“, beginnt Michelle Braschoß die Entstehungsgeschichte des besonderen Services zu erzählen. Monatelang lag er im Koma, es folgten Rollstuhl und Reha. „Da hat sich Opa gesagt: Bevor wir ein teures Auto für ihn kaufen, machen wir es doch einfach selbst.“ Dieses Unterfangen habe sich allerdings etwas hingezogen. Als der Onkel aus der Reha kam, war er glücklicherweise nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen. „Aber da haben wir uns gefragt: Warum nicht anderen Menschen helfen, denen es genauso geht?“, berichtet Michelle Braschoß. So gründete die KFZ-Werkstatt Mattes schließlich 2010 das Mobilitätszentrum, das seitdem Kundinnen und Kunden mit Handicap selbstbestimmte Mobilität ermöglicht.

Nicht jeder Umbau ist gleich. Zum einen legt der sogenannte medizinische TÜV fest, was ein Auto vorweisen müsse. Zum anderen werden selbstverständlich auch die Wünsche der Kundschaft berücksichtigt. Eins haben alle Umbauten aber gemeinsam, so die Enkelin: „Voraussetzung als Selbstfahrer ist immer ein Automatikfahrzeug.“ So kann ein Umbau manchmal in ein paar Tagen erledigt sein, in anderen Fällen braucht‘s ein paar Wochen.

Aber komme was wolle, eines ist in der KFZ-Werkstatt Mattes sicher: „Wir finden immer eine Lösung“, bekräftigt Michelle Braschoß.

KFZ-Werkstatt Mattes
Liststraße 1, Isenbüttel sowie
Am Wendehof 1, Isenbüttel
Tel. 05374-1626
Mo. – Fr. 8 bis 12 Uhr
sowie 13 bis 17 Uhr
info@kfz-mattes.de
www.kfz-mattes.de