Land & Leute

Otter-Zentrum Hankensbüttel wird erneut ausgezeichnet - Urkunde für den Erhalt der biologischen Vielfalt

Redaktion Veröffentlicht am 04.08.2020
Otter-Zentrum Hankensbüttel wird erneut ausgezeichnet - Urkunde für den Erhalt der biologischen Vielfalt

Das Otter-Zentrum in Hankensbüttel erhält die begehrte Auszeichnung der UN-Weltdekade Biologische Vielfalt.

Foto: Aktion Fischotterschutz e.V./Jan Piecha

Nach 2016 erhält das Otter-Zentrum als größtes Bildungsprojekt der Aktion Fischotterschutz erneut die begehrte Auszeichnung der UN-Weltdekade Biologische Vielfalt, das teilte das Otter-Zentrum in einer Pressemitteilung mit. Demnach wurden die vielfältigen Weiterentwicklungen in den Bereichen Naturschutzbildung, nachhaltiger Biotop- und Regionalentwicklung und der Forschung vom Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Naturschutz gelobt.

Als größtes Projekt zur Weiterentwicklung des Naturerlebniszentrums Otter-Zentrum sei der Bau des Ise-Fluss-Aquariums zu nennen. Auf 5 Meter Breite können die Gäste in den Lebensraum des Fischotters eintauchen und einheimische Fische, Muscheln und Schnecken kennenlernen. Pädagogische Elemente vermitteln Zusammenhänge der biologischen Vielfalt in heimischen Gewässern. Ein weiterer neuer Baustein sei das Programm „Klimawerkstatt“ für Grundschulen. In Kleingruppen experimentieren die Kinder mit dem Element Wasser und bearbeiten ein Forschungstagebuch. Sie erforschen an zehn Stationen grundsätzliche Eigenschaften mit Bezug zum Klimawandel und erarbeiten Möglichkeiten, das eigene Handeln klimafreundlich zu gestalten. Zusätzlich werde ein Filmspot gedreht, der allen Gästegruppen des Otter-Zentrums vorgeführt wird, um die Zusammenhänge von biologischer Vielfalt und Klimaschutz aufzuzeigen. Das Programm „Marderland-Tour“ für Kinder- und Jugendliche mit Handicaps wurde von Grund auf neu entwickelt, heißt es in der Mitteilung. Dabei lernen die Kinder anhand der „Lebensraumbotschafter“ Otter, Dachs & Co, wie wichtig biologische Vielfalt ist.

Darüber hinaus werden unterschiedliche Themen im Otter-Zentrum angesprochen. Beispielsweise die Bienen und andere Insekten, die unermüdlich von Blüte zu Blüte fliegen und ohne deren Bestäubungsleistung wir auf viele Obst- und Gemüsesorten verzichten müssten. Im Baummarder-Wald wird die Produktion von Sauerstoff und Holz in naturnahen Wäldern angesprochen, die außerdem einen bedeutenden Klimastabilisator darstellen, einen wichtigen Beitrag zur menschlichen Erholung leisten und zu den artenreichsten Ökosystemen gehören.

Am Beispiel der Iltisse wird die Bedeutung von Mooren, Sümpfen und Feuchtwiesen thematisiert, die zu den Hotspots der biologischen Vielfalt zählen. Gleichzeitig sind sie immens wichtig für den Hochwasserschutz, die Reinigung des Grundwassers, die Speicherung von Kohlendioxid und die Verminderung des Treibhauseffektes. Naturnahe Flussauen, Teiche und Seen sind die natürlichen Lebensräume des Fischotters. Die Aktion Fischotterschutz setzt sich vor allem in Norddeutschland für die Revitalisierung der Fließgewässer ein und setzt praktische Naturschutzprojekte an Alster, Aller, Ise, Ohre und vielen kleinen Gewässern um.

Das Otter-Zentrum bietet rund 30 Schaufütterungen pro Tag, bei denen die Otter-Lotsen Wissenswertes und Lustiges über Otter, Dachs, Hermelin, Iltis, Nerz, Stein- und Baummarder berichten und thematisieren, wie der Mensch Einfluss auf ihre Lebensräume nimmt. Es wird dabei versucht, das Lebensumfeld der Gäste einzubeziehen, um eine möglichst enge Verbindung zu den marderartigen Tieren herzustellen, den Erhalt der biologischen Vielfalt zu verdeutlichen und Handlungsansätze für eine nachhaltigere Alltagsgestaltung zu bieten.

Hintergrund

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für die biologische Vielfalt erklärt. Die Staatengemeinschaft ruft damit die Weltöffentlichkeit auf, sich für die biologische Vielfalt einzusetzen. Die biologische Vielfalt der Erde ist die Grundlage für die menschliche Ernährung und Gesundheit. Sie umfasst die Tier- und Pflanzenarten einschließlich der Mikroorganismen, die Lebensräume und die genetischen Unterschiede innerhalb der Arten.

Hintergrund ist ein kontinuierlicher Rückgang an Biodiversität in fast allen Ländern der Erde. Die Dekade soll die Bedeutung der Biodiversität für das Leben auf der Erde bewusst machen und Handeln anstoßen. Menschen auf der ganzen Welt engagieren sich für dieses Ziel und haben bereits einiges erreicht.

Auch hier in Deutschland: Unter dem Motto „leben. natur. vielfalt“ trägt die UN-Dekade Biologische Vielfalt dazu bei, die gemeinsamen, weltweiten Ziele zu erreichen. Die Auszeichnung „Offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt“ wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie vom Bundesamt für Naturschutz verliehen.