100 Jahre SSV Kästorf

Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist - Die ehrenamtlichen Zapfer und Griller vom SSV Kästorf sind Autodidakten

Marieke Eichner Veröffentlicht am 14.06.2022
Das Schlimmste ist, wenn das Bier alle ist - Die ehrenamtlichen Zapfer und Griller vom SSV Kästorf sind Autodidakten

Ann-Christin Habel (Mitte) und ihr fröhliches Team versorgen durstige und hungrige Gäste des SSV Kästorf mit Getränken, Bratwürsten, Krakauern – und natürlich frisch gezapftem Bier.

Foto: Michael Uhmeyer

Was sie heute im Stübchen genannten Vereinsheim, an der Theke und im Bierwagen draufhaben, brachten sie sich alles selbst bei: die Zapfer und Griller vom SSV Kästorf. Ohne Erfahrung in der Gastronomie – aber mit Feuereifer – stellten sich Ann-Christin Habel und ihre Freundinnen und Freunde der Aufgabe, sich um durstige und hungrige Gäste zu kümmern. Seit 2019 zapft und grillt ihr Freundeskreis ehrenamtlich. Im Interview erzählt die Thekenchefin von stressigen Halbzeiten – und sie verrät auch, wie viele Liter Bier bei einem sommerlichen Derby schon mal über die Theke wandern können.

„Als der Verein die Gastronomie übernommen hat, wurde ich gefragt, ob ich nicht gemeinsam mit ein paar Freundinnen Lust hätte, am Wochenende zu zapfen“, erinnert sich Ann-Christin Habel. Seit nunmehr drei Jahren stehen sie und ihr Team im Stübchen genauso wie in der Grillbude hinter der Theke und versorgen die durstigen und hungrigen Gäste des SSV Kästorf mit Getränken, Bratwürsten, Krakauern – und natürlich frisch gezapftem Bier.

„Im Sommer, wenn Derby ist, gehen schon 30 bis 70 oder 80 Liter Bier über die Theke“, staunt selbst die Gastro-Chefin. „Und so etwa 100 oder 150 Bratwürste, hinzu kommen die Krakauer.“ Im Großen und Ganzen könnten es schon mal um die 200 Würste sein. Schließlich sind die Sportereignisse beim SSV Kästorf oft gut besucht: „Bei gutem Wetter kommen zu einem Derby schon 400 oder 450 Menschen, im Regelfall etwa 200 bis 250.“

Ihr Team rekrutierte Ann-Christin aus ihrem Freundeskreis. „Wir sind meist vier oder fünf Mädels, alle Anfang 20. Beim Grillen unterstützen uns ein paar Jungs.“ Hauptsächlich sind sie bei den Heimspielen der Fußballer zur Stelle. Doch auch zum Kreisjugendtag, zur Weihnachtsfeier oder anderen Sportveranstaltungen geben die Zapfer und Griller alles, um ihre Gäste bei guter gastronomischer Laune zu halten.

„Die stressigste Situation ist, wenn Halbzeit ist und das Bierfass gerade leer“, berichtet Ann-Christin lachend. „Aber wir sind mittlerweile so weit, dass jeder von uns ein Fass wechseln kann.“ Denn der Stübchen-Freundeskreis hat sich seine gastronomischen Fähigkeiten nach und nach selbst angeeignet: „Eine Freundin aus unserem Team hat uns ein wenig angelernt, den Rest haben wir uns selbst beigebracht“, erzählt Ann-Christin stolz.

Sie ist „quasi seit der Geburt“ Mitglied beim SSV Kästorf. „Und ich war früher oft mit meinem Papa auf dem Platz, schon damals haben Ehrenamtliche Pommes verkauft.“ Heute ist ihr ehrenamtliches Engagement hinter der Theke ihr „toller Ausgleich zum Alltag“, so Ann-Christin. „Man lernt auch die älteren Leute im Dorf kennen und führt mal andere Gespräche als sonst.“ Zumal ehrenamtliches Engagement aussterbe – „dabei ist es so wichtig“. Sie selbst wolle etwas zurückgeben, schließlich habe sie seit ihrer Kindheit die Angebote des SSV Kästorf wahrgenommen. „Mir und meinen Mädels macht es Spaß, es motiviert.“

Die Zapfer und Griller vom SSV Kästorf würden sich übrigens über weitere Unterstützung sehr freuen. „Wir sind immer dankbar für Leute, die bei uns aushelfen wollen“, betont Ann-Christin. Und mit einem Augenzwinkern fügt sie noch hinzu: „Je mehr Leute da sind, desto öfter kann man schließlich selbst auch mal zum Zugucken kommen.“

Alle Infos für interessierte Unterstützerinnen und Unterstützer:
www.ssv-kaestorf.de/kontakt

Dieser Text ist Teil der von KURT herausgegebenen Sonderausgabe „100 Jahre SSV Kästorf“.