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Wir haben alle immer Riffs im Kopf: Die Gifhorner Hardrock-Band Savage Mother bringt bald ihr erstes Album raus

Matthias Bosenick Veröffentlicht am 25.10.2026
Wir haben alle immer Riffs im Kopf: Die Gifhorner Hardrock-Band Savage Mother bringt bald ihr erstes Album raus

Aus anderen Projekten und vor allem der Freundschaft entwickelte sich Savage Mother. Seit etwas mehr als vier Jahren produziert die Gifhorner Band eigene Songs und ist gern gesehener Gast auf dem Altstadtfest.

Foto: Privat

Lethargie hat Leute nicht nur verzweifeln lassen, manche treibt sie erst so richtig an, ihre Horizonte zu erweitern. So die vier Gifhorner Musiker, die sowieso schon enge Freunde waren und sich während der Corona-Pandemie entschieden, kurzerhand eine neue Band zu gründen. Bühne frei für Savage Mother, die seitdem beinahe jedes Jahr das Gifhorner Altstadtfest hardrocken – und zurzeit an ihren ersten Studio-Aufnahmen arbeiten.

Die Hälfte von Savage Mother besteht aus Mitgliedern der Rockband Painted, die andere Hälfte war musikalisch arbeitslos: Von Painted dabei sind Sänger Felix Härtel und Gitarrist Nico Roßmannek, Bass und Schlagzeug besetzen Joschka „Joschi“ Schmidtke und Torben „Toto“ Roßmannek, der, man ahnt es, kleine Bruder des Gitarristen.

Letzterer war zum Gründungszeitpunkt ohne Band, „ich hatte aber Lust auf ein neues Projekt“, und er holte Joschi in den Kreis der Motivierten, der zuvor unter anderem bei D.U.D.E Gitarre gespielt hatte, was bedeutet: „Ich habe ein bisschen Bühnenerfahrung.“ Für diese neue Band wechselte er indes an den Bass.

Musikalisch sei Savage Mother breit aufgestellt, sagt Toto, oder auch: „Wir sind jahreszeitenabhängig.“ Heißt: „Wir stehen alle auf die Musik der 90er Jahre“, beginnt Felix und zählt Grunge-Bands wie Alice In Chains oder Nirvana auf, „aber auch 80er, 70er, Led Zeppelin, Judas Priest, alte Black Sabbath“, schränkt aber ein: „Richtig Heavy Metal machen wir nicht, eher Hard Rock.“

Klar ist: „Wir haben alle immer Riffs im Kopf, wir machen die Musik im Grunde für uns“, und das, fährt Nico fort, „war auch der Grund, die Band zu gründen“, denn: „Wir verstehen uns alle sehr gut und machen was zusammen – und können zufällig Instrumente spielen.“ Felix übernimmt wieder: „Wir sind seit einigen Jahren schon befreundet und verbringen so viel Zeit miteinander, da haben wir gesagt, wir können auch mal selber Musik machen.“ Torben war es, der letztgültig auf den Tisch haute und vom Reden ins Handeln übergehen wollte. Nico nickt: „Und es hat gepasst.“ Darüber hinaus entwickelte Savage Mother eine unvorhergesehene Dynamik.

Live möchte die Gifhorner Hardrock-Band Savage Mother zeigen, dass es vor allem um den Spaß geht. „Wir wollen immer authentisch bleiben“, erklärt Gitarrist Nico Roßmannek (2. von rechts).

Foto: Privat

Das war im März 2022, und bis zur Bühnenreife dauerte es noch einmal anderthalb Jahre. Im September 2023 richteten Savage Mother ihr erstes Konzert aus, den Minigig, wie sie ihren Auftritt vor Freunden in ihrem Proberaum nannten. „Um zu gucken: Wie finden die das eigentlich?“, erklärt Felix. Da hatte sich bei der Band auch erst der Name Savage Mother durchgesetzt, nach diversen Projekttiteln, die sie ihren Treffen gegeben hatten. Die finden ja auch außerhalb des Bandkontextes statt, dann übernachten die vier im Proberaum, „trinken zusammen“, so Joschi, und in einem solchen Rahmen besprachen sie auch das Thema Name. „Mit dem Wort Savage habe ich gespielt, das hätte ich gern im Namen“, sagt Torben. „Und so fehlte uns nur noch das zweite Wort. Gerade lief von Danzig ‚Mother‘, und da hatten wir also den Namen.“ Nico betont: „Der hat keine weitere Bedeutung.“ Wichtig war, dass Savage Mother noch nicht vergeben war, und das erfüllt dieser Name.

Das Bandlogo entwarf ein alter Bekannter, nämlich Dominik Wagenführ, solo unterwegs als Cosmo Thunder und vormaliger Sänger von .Niru. Ein weiterer alter Bekannter übernimmt die Aufnahmen der neuen Songs, nämlich Till Siedentopf, selbst bei .Niru und Final Impact. „Sechs Songs sollen es werden“, verrät Felix. Darunter seien ältere, aber auch ganz neue Songs. Der Plan ist: „Wir hoffen, dass wir die zum Ende des Jahres drin haben.“

Physisch wird es das Album dann nicht geben, bedauert die Band, nur ein Digitalrelease ist geplant. „Der Markt hat sich einfach verändert“, sagt Nico. Mit Painted ließ er „eine große Stange CDs pressen“, die – auch wegen der Pandemie – nicht unter die Leute zu bringen waren, „das sind Kosten, die man sich sparen kann“. Joschi meint: „Keiner hat mehr einen CD-Player.“ Eine Vinyl-Platte wäre schön, „aber in der Herstellung zu teuer“. Und Toto bestätigt: „Es ist als Musiker natürlich schön, etwas in der Hand zu haben und zu sehen.“ Doch er wischt die Gedanken beiseite: „Wir wollen erst mal zusehen, dass wir die Musik auf die Strecke bringen und Gifhorn für eine Tour verlassen.“ Digital zu veröffentlichen habe zudem den Vorteil, einzelne Songs schon mal vorab als Köder herauszugeben. „Wir wollen aber nicht einfach nur veröffentlichen, wir wollen eine ganze Batterie Reels drehen“, also die Trends in Social Media für sich nutzen.

Sänger Felix Härtel schmeißt sich für seine Band Savage Mother – und natürlich für das Publikum – immer voll ins Zeug.

Foto: Ann-Kristin Kremin (Archiv)

Dabei soll ein weiterer Aspekt von Savage Mother zum Vorschein kommen: „Unser Auftritt bei Instagram und unsere Videos sind konzeptlos, aber lustig“, wirft Nico ein. „Das soll sich auch live so widerspiegeln. Die Leute sollen Spaß haben.“ Denn: „Wir wissen, dass wir das nicht aus kommerziellen Gründen machen.“ Die vier wollen mithin sowohl „im Bandkontext als auch privat authentisch bleiben und Spaß haben“.

Bei dem genannten Minigig blieb es für Savage Mother nicht, es folgten viele Auftritte in der Gegend, darunter in der Grille, in Triangel bei „Rock an der Schmiede“, bei „Rock gegen Rechts“, im Flax – und dieses Jahr bereits zum dritten Mal auf dem Gifhorner Altstadtfest. „Das ist immer sehr wirksam“, verrät Nico, „da waren wir alle sehr aufgeregt.“ Ein weiterer Traum wäre für ihn „eine kleine Tour, acht Konzerte, das typische Mucker-Tourleben mitnehmen, kleiner Camper, schön zwei-, dreihundert Kilometer zum nächsten Venue oder Festival – das wäre geil!“

Lieblingskünstler, mit denen Savage Mother gern mal auftreten würden, gibt es zwar, doch: „Die sind alle schon tot!“, ruft Felix. Der Band fallen dann doch noch einige lebende Idole ein. Etwa Turnstile.

„Da sind wir alle vier Fans von, das wäre das Größte“, überlegt Felix, außerdem Return To Dust, Greta Van Fleet, „alle, die auch ein bisschen jünger sind“, rechnet er vor.
Doch erst mal stehen die Aufnahmen im Vordergrund, außerdem die davon zu veröffentlichenden Singles. Einen ersten der neuen Songs hat
die Band bereits im Auge: „Relativ eingängig, poppig“, sagt Felix. Aber mehr verrät die Band noch nicht. Da hilft nur
aufmerksam dranbleiben.

Instagram:
@savagemother_band
Facebook:
Savage Mother
[email protected]


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