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Stille Trauer um Opfer rechter Morde in Gifhorner Innenstadt

Bastian Till Nowak Veröffentlicht am 20.02.2020
Stille Trauer um Opfer rechter Morde in Gifhorner Innenstadt

Gut 30 Menschen gedachten der Mordopfer von Hanau in der Gifhorner Innenstadt. Nicht alle von ihnen sind auf diesem Foto zu sehen.

Foto: Cagla Canidar

Elf Tote und mehrere Verletzte gab es am Mittwoch bei einer Bluttat im hessischen Hanau. Am Donnerstagabend wurde der Opfer mit einer Mahnwache in der Gifhorner Innenstadt gedacht.

Tobias R., der mutmaßliche Täter, hatte zuvor wirre rechte Videos im Internet veröffentlicht. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Der hessische Innenminister äußerte den Verdacht auf Terror.

Schon zum dritten Mal in nur einem Dreivierteljahr kamen Gifhornerinnen und Gifhorner zu einer Mahnwache für die Opfer rechter Gewalt zusammen.

Foto: Cagla Canidar

„Wir stehen hier zum dritten Mal in nur einem Dreivierteljahr und gedenken der Opfer rechter Gewalt“, erklärte Jörg Prilop vom Gifhorner Bündnis „Bunt statt Braun“ im Angesicht der Blumen und Kerzen und Spruchbänder auf dem Pflaster der Gifhorner Fußgängerzone. Im Juni 2019 war es der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU), der die Gifhorner auf die Straße brachte. Im Oktober 2019 war es der Terroranschlag in Halle, dem versuchten Massenmord an zahlreichen Juden, die an Jom Kippur, dem höchsten jüdischen Feiertag, in einer Synagoge feierten. Und nun die Tat in Hanau, der auch mehrere Türken und eine schwangere Frau zum Opfer fielen.

Die Tatwaffe hatte sich Tobias R. legal beschafft. „Für uns ist jetzt klar: Wir fordern das totale Verbot von privatem Waffenbesitz“, sagte Jörg Prilop vom Gifhorner Bündnis „Bunt statt Braun“. Gut 30 Menschen sind dem spontanen Aufruf am Donnerstag in die Gifhorner Innenstadt gefolgt.