Verkehr

Problemzone Schillerplatz: Wie das Zusammenspiel von Radlern, Fußgängern und Autos gelingt

Marieke Eichner Veröffentlicht am 05.05.2021
Problemzone Schillerplatz: Wie das Zusammenspiel von Radlern, Fußgängern und Autos gelingt

Hier darf gespielt werden: Auf der Straße „Schillerplatz“ fordern Bürgermeister Matthias Nerlich (von links), der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes Gifhorn Wolfgang Harder, Gifhorns Radverkehrsbeauftragter Oliver Bley, Winfried Enderle von der Polizeiinspektion Gifhorn und Lutz Dietrich, der Geschäftsführer der Verkehrswacht, Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmenden.

Foto: Çağla Canıdar

Sicherheit im Straßenverkehr kann es nur geben, wenn alle Verkehrsteilnehmer aufeinander Rücksicht nehmen. Darum trifft sich am heutigen Mittwoch die Polizeiinspektion Gifhorn und die Stadtverwaltung zu einem Ortstermin auf den Schillerplatz. Denn dort – am Tor zur Fußgängerzone und auf der Spielstraße – treffen alle aufeinander: Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer. Vor Ort sind nicht nur Bürgermeister Matthias Nerlich und Winfried Enderle, der Sachbearbeiter für Verkehr von der Polizeiinspektion Gifhorn. Auch der Radverkehrsbeauftragter der Stadt Oliver Bley sowie der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes Gifhorn Wolfgang Harder und Lutz Dietrich, Geschäftsführer der Verkehrswacht Gifhorn waren mit von der Partie. Sie alle sind sich einig: Sicherheit im Straßenverkehr sei vor allem im Hinblick auf die kommende Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrende von besonderer Bedeutung.

„Heute zum Aktionstag wollen wir transportieren, wie wichtig es ist, einen Helm aufzusetzen“, sagt Winfried Enderle an Gifhorns Radfahrende gewandt. „Wir hatten im vergangenen Jahr 14 Unfälle mit verletzten oder sogar tödlich verletzten Radfahrern“, betont er. „Man bedenke: Kinder tragen beim Radfahren einen Helm, da achtet man drauf. Warum also tragen nicht auch die Erwachsenen einen?“ Die Botschaft des Polizisten ist eine dringende Bitte an alle Radfahrenden in Gifhorn: „Bitte tragt einen Helm!“ Der habe doch außerdem mehrere Zwecke: Im Sommer gebe er Schatten und bei Regen lasse sich perfekt das Regencape darüber befestigen.

Im Hinblick auf die Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrende gibt Winfried Enderle noch einen Hinweis: „Es bleibt eine Fußgängerzone – man muss also in Schrittgeschwindigkeit fahren!“ Er blickt positiv auf das Projekt. Es gebe zwar häufig Beschwerden über rasende Radfahrende, „aber es gibt so gut wie keine Unfälle mit dem Rad in der Fußgängerzone“.

Gifhorns Bürgermeister Matthias Nerlich nimmt die kommende Öffnung der Fußgängerzone für Radfahrende zum Anlass für einen Hinweis: „Das da vorne ist eine Spielstraße“, hebt er hervor und deutet dabei auf die Straße „Schillerplatz“. „Das heißt, auch hier muss man Schritttempo fahren“, betont er. „Aber wenn man die Autos hier mal beobachtet – da muss man schon wirklich schnellen Schrittes unterwegs sein.“

Der Verkehrsbeauftragte der Stadt Oliver Bley informiert: „Hier dürfen Radfahrer übrigens auch entgegengesetzt der Richtung der Einbahnstraße fahren.“ Außerdem fügt er hinzu: „Weil die Fußgängerzone für Radfahrer geöffnet wird, werden die Parkplatze hier bald umgewandelt in Längstparken.“ Ein Vorteil sei, dass die Fahrbahn so breiter werde. Zum anderen gebe des den parkenden Autofahrern auch bessere Sicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Ende diesen Monats sollen die Parkplätze neu markiert werden, so Oliver Bley. Doch ein Hinweis liegt ihm besonders am Herzen: „Das hier ist eine Spielstraße. Hier darf also auf der Straße gespielt werden! Darum müssen hier alle Verkehrsteilnehmer aufeinander achten.“

Lutz Dietrich, dem Geschäftsführer der Verkehrswacht Gifhorn liegen die Pedelec-fahrenden Senioren Gifhorns am Herzen. Man erkenne an den Unfallzahlen, dass es einen Pedelec-Boom gegeben habe. „Darum bieten wir Pedelec-Kurse an, um auf die Gefahren hinzuweisen.“ Denn der Wechsel von normalen Fahrrad zum Pedelec sei eine Umstellung: „Da kann man dann auf einmal mit 25 km/h düsen. Die Senioren sind diese Geschwindigkeit nicht gewohnt.“ Darum empfiehlt Lutz Dietrich: „Den Motor nur einschalten, wenn’s nötig ist – als Unterstützung.“ Sobald Corona es erlaube wolle er wieder Kurse mit Fachhändlern organisieren, damit Senioren verschiedene Modelle ausprobieren und das passende für sich finden können.

Wolfang Harder, der Vorsitzende des ADFC-Kreisverbandes Gifhorn begrüßt die verstärkten Verkehrskontrollen der Gifhorner Polizei: „Wenn man auf Verstöße hinweist, wird man angemotzt. Da helfen nur Kontrollen.“ Alle Verkehrsteilnehmende haben darauf zu achten, dass sie sicher fahren. „In der Fußgängerzone gilt dann: Immer die Hand an der Bremse, damit man jederzeit reagieren kann.“