Tierische Freunde

Klaus Brinkmann päppelt Tauben auf: „Geschlachtet wird hier nicht – wer stirbt, bekommt ein Begräbnis“

Ron Niebuhr Veröffentlicht am 14.11.19
Klaus Brinkmann päppelt Tauben auf: „Geschlachtet wird hier nicht – wer stirbt, bekommt ein Begräbnis“

Der Chef im Schlag: Anton, eine von acht Stadttauben, um die sich Klaus Brinkmann kümmert, lässt sich fürs Foto ausnahmsweise mal in die Hand nehmen.

Foto: Ron Niebuhr

Allerhand gefiederten Gesellen bietet Klaus Brinkmann ein Zuhause. So tummeln sich bei dem Gifhorner neben Tauben und Hühnern schon mal Amseln, Sperlinge, Krähen und Schwalben. Neben der Brieftaubenzucht engagiert er sich in der Tierhilfe, unterstützt Tierschutzvereine aus der Region. Über den Verein „Stark für Tiere“ hat er acht Stadttauben bei sich aufgenommen. Die waren beim vorherigen Halter durchs Veterinäramt beschlagnahmt worden.

Bei Klaus haben es die Tauben gut, darunter Anton, die Lieblingstaube von „Stark-für-Tiere“-Chefin Jenny Breit. „Anton ist klar der Chef im Taubenschlag. Er ist sehr dominant und eigenwillig, lässt sich ungern in die Hand nehmen“, weiß Klaus. Aber das ist kein Problem, denn „Tauben sind ja auch keine Spieltiere“. Die acht Stadttauben bekommen bei ihm ihr Gnadenbrot.

Und sie genießen es. „Sie haben ja die Wahl“, verdeutlicht Klaus, dass die Tauben jederzeit auf Nimmerwiedersehen davon fliegen könnten. Aber warum sollten sie? Sie haben bei ihm tolle Nistplätze aus begehrten Tabakstengeln, geregelte Mahlzeiten frei von Chemie und eine Schüssel mit täglich frischem Wasser zum Baden. „Das machen sie für ihr Leben gern. Im Sommer wie im Winter. Die sind abgehärtet“, hat Klaus beobachtet. Die Eier in den Nestern werden gegen Plastikeier ausgetauscht, damit sich die Tauben nicht weiter vermehren.

Neben Brief- und Stadttauben als Dauergästen kümmert sich der Tierfreund derzeit noch um eine bunt gemischte WG aus Türkentaube, Sperlingstaube, Hochzeitstaube und vermutlich einem Mix aus Sperlings- und Brieftaube. Das Quartett päppelt er wieder auf – und lässt auch ihm dann die Wahl: Bleiben oder weiterziehen? Vieles spricht ja fürs Bleiben. Gefahr droht nämlich nur von Raubvögeln: „Durch die Nähe zum Wald gibt es hier Falken und Sperber“, berichtet Klaus Brinkmann. Auf deren Speiseplan steht Taube recht weit oben.

Da ist Klaus froh, dass sich auch Krähen bei ihm im Garten blicken lassen. Die verteidigen ihren Nachwuchs vehement und wehren selbst Raubvögel ab. Grundsätzlich sind ihm alle Tiere willkommen. In der langen Hecke etwa hausen Sperlinge, am First nisten noch Amseln und bald wohl schon Schwalben. „Getötet oder geschlachtet wird hier nicht. Und wer stirbt, bekommt ein anständiges Begräbnis.“

KURTs Tipp: Der Tierschutzverein Stark für Tiere setzt sich auch für Tauben ein. Weitere Infos: http://www.stark-fuer-tiere.de/unsere-projekte/tauben-rettungen/