MTV Gifhorn

Die Schwarz-Gelben vom MTV Gifhorn sind zu grün

Jens Neumann Veröffentlicht am 22.11.19
Die Schwarz-Gelben vom MTV Gifhorn sind zu grün

Gut war nicht gut genug für Luis Prior Bautista (rechts) und den MTV Gifhorn gegen das Top-Team aus Delmenhorst.

Foto: Darius Simka/regios24

Zwei echte Hochkaräter im GWG-Stadion – zwei 1:3-Niederlagen, bei denen sich die Oberliga-Fußballer des MTV Gifhorn vor jeweils rund 400 Zuschauern teuer verkauft hatten. Während die Schlappe im Freundschaftsspiel gegen Drittligist Eintracht Braunschweig jedoch als Achtungserfolg eingestuft werden konnte, war die Niederlage gegen den Tabellenzweiten SV Atlas Delmenhorst drei Tage später schon ärgerlich. Denn gegen die Unbesiegten war durchaus mehr möglich. Insgesamt haben die Schwarz-Gelben in der Hinrunde zu viele mögliche Punkte liegen gelassen – in der Rückrunde müssen sie häufiger Kapital aus ihrer Überlegenheit schlagen.

„Spielerisch habe ich keinen großen Unterschied zwischen uns und einem Spitzen-Team gesehen“, konstatierte MTV-Coach Michael Spies nach dem Spiel gegen Delmenhorst, der „keineswegs unzufrieden“ war mit dem Auftritt seiner ersatzgeschwächten Elf. Vor rund 400 Zuschauern gab es allerdings einen gravierenden Unterschied zwischen beiden Mannschaften: die Effizienz im Spiel. „Delmenhorst war wahnsinnig effektiv, hat aus wenigen Chancen viele Tore gemacht. Deswegen steht das Team ja auch ganz oben.“

Mehr noch: Die Gäste aus der Nähe von Bremen, die mit einem Bus voll Schlachtenbummler angereist waren, sind weiterhin die einzige noch ungeschlagene Mannschaft in der Oberliga Niedersachsen. An diesem Nimbus konnten die Schwarz-Gelben trotz engagierter Leistung nicht rütteln.

„Wir schlagen uns aus meiner Sicht selbst. Wir schenken die drei Tore billig her, waren dabei viel zu grün“, meinte Spies und räumte ein: „Die Jungs haben alles rausgehauen. Aber gegen so einen Gegner musst Du mehr mit Kopf spielen, darfst Dir solche Fehler nicht erlauben. Das ist aber auch dem Alter geschuldet.“ Denn während die Delmenhorster eine sehr routinierte Truppe auf dem Rasen hatten, agierte der MTV gleich mit drei 19-Jährigen und vielen weiteren jungen Akteuren.

Nachdem Dennis Dubiel im letzten Heimspiel der Hinserie zum 1:1-Ausgleich getroffen hatte, brachten sich die Gifhorner selbst aus dem Tritt. Ein völlig unnötiger Freistoß führte kurz vor der Pause zum 1:2, ein Konter besiegelte nach rund 70 Minuten die Niederlage, als die Gastgeber bei einem eigenen Einwurf schlecht geordnet waren.

Beim letzten Spiel der ersten Saisonhälfte gegen Regionalliga-Absteiger VfL Oldenburg wurde es keinen Deut besser: Jovan Hoffart konnte zwar noch in der zweiten Halbzeit den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielen, doch schon kurz darauf ging das Spiel für die Gifhorner 4:1 verloren.

Dennoch: Mit der Ausbeute von 20 Punkten können die Gifhorner eigentlich zufrieden sein. Wobei die Betonung auf eigentlich liegt. Denn bei vielen Auftritten war einfach mehr drin für die Gifhorner, die zu oft aus ihrer Überlegenheit kein Kapital schlagen konnten und so unnötig Punkte liegen ließen.

Nun stehen laut Spielplan noch drei weitere Begegnungen für die Spies-Schützlinge in diesem Jahr auf dem Programm: Am 24. November tritt der MTV beim FC Hagen/Uthlede an, mit dem er aus der 0:2-Hinspielniederlage noch eine Rechnung offen hat. Es folgt das letzte Heimspiel des Jahres am 30. November gegen den 1. FC Germania Egestorf-Langreder. Zum Abschluss gastieren die Schwarz-Gelben am 8. Dezember am Bischofs-
holer Damm beim SV Arminia Hannover. Und eines ist klar: Die 20-Punkte-Marke soll noch in diesem Jahr übertroffen werden – möglichst weit, versteht sich...

FC Hagen/Uthlede – MTV Gifhorn
Sonntag, 24. November
14 Uhr, Sportplatz
Blumenstraße, Hagen

MTV Gifhorn – 1. FC Germania Egestorf-Langreder
Samstag, 30. November
14 Uhr, GWG-Stadion
Winkeler Straße 2, Gifhorn

SV Arminia Hannover – MTV Gifhorn
Sonntag, 8. Dezember
14 Uhr, Rudolf-Kalweit-Stadion
Bischofsholer Damm 119, Hannover