150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gifhorn

Kinderfeuerwehr: Das Kinderflämmchen ist die erste große Prüfung

Ron Niebuhr Veröffentlicht am 02.09.19
Kinderfeuerwehr: Das Kinderflämmchen ist die erste große Prüfung

Die Juniorbrandschützer in Gifhorns Kinderfeuerwehr sind stolz auf ihre schmucken Uniformen.

Foto: Ron Niebuhr

Was möchte Grisu, der kleine Drache werden? Klarer Fall: Feuerwehrmann. Mit diesem Traum steht er keineswegs allein da. Vielen Mädchen und Jungen geht es nicht anders. Gifhorns Feuerwehr erfüllt den Wunsch seit 2014 mit der für Sechs- bis Zehnjährige ins Leben gerufenenen Kinderfeuerwehr.

Ganz viel Spiel und noch mehr Spaß – das macht den Dienst in der Kinderfeuerwehr aus. Zu dem treten derzeit 18 Mädchen und Jungen alle zwei Wochen für anderthalb Stunden im Gerätehaus an der Fallerslebener Straße an. „Mal mit dem Feuerwehrauto fahren, mal eine Eimerkette bilden, mal Plätzchen backen. Oder auch mal eine Stadtrallye machen“, veranschaulicht Vize-Chefin Lena Schorsch mit einer kurzen und bei Weitem nicht vollständigen Aufzählung, wie vielseitig der Dienst für den Nachwuchs ist. So möchten sie und das übrige Betreuerteam Sechs- bis Zehnjährige für die von Madline Daus mit gegründete und nach wie vor geleitete Kinderfeuerwehr begeistern.

„Richtige Übungen dürfen wir zwar noch nicht machen“, erklärt Lena Schorsch. Trotzdem lernen die Kinder schon eine ganze Menge. Etwa wie man einen Notruf absetzt, wie man sich bei Bränden oder anderen Gefahren verhält, dass es nützliche und schädliche Feuer gibt, wie man mit Feuerzeug, Streichhölzern und brennba-
ren Dingen verantwortungsvoll umgeht. Auch Erste Hilfe oder Baderegeln sind dem Brandschutznachwuchs nicht fremd. Wie viel von all dem hängen geblieben ist, checken die Betreuer jährlich ab – mit der Prüfung fürs Kinderflämmchen. „Das ist für alle immer ein großes Event“, weiß Lena Schorsch. Kein Wunder, erhalten die Mädchen und Jungen doch bei Erfolg einen coolen Button für ihre Uniform.

Apropos Uniform. Gifhorns Juniorbrandschützer kommen in Jacken und Hosen daher, die in Farbe und Schnitt der Einsatzkleidung der Aktiven in nichts nachstehen. „Anfangs hatten wir nur einheitliche T-Shirts. Aber die Stadt hat dann für alle Kinderfeuerwehren die gleichen Uniformen besorgt“, freut sich Lena Schorsch. Dunkelblau mit gelben Reflektorstreifen. Beim Nachwuchs kommen die super an. Ehrensache, dass sie damit zum Dienst antreten.

Der beginnt mit dem Verlesen des Dienstbuches. Klingt förmlich, erfüllt aber im Kern nur den Zweck, die Namensliste abzuhaken: Wer ist da? Wer fehlt? Mit einem kräftigen „Hier!“ bestätigen die in Zweierreihen angetretenen Kinder den Betreuern ihre Anwesenheit. Dann besprechen sie, was ansteht. Die Themen wechseln von Dienst zu Dienst, sind aber alle im jederzeit einsehbaren Dienstplan verzeichnet. Bei dessen Erstellung dürfen die Kinder natürlich ein Wörtchen mitreden: Worauf haben sie Lust? Was macht ihnen Spaß? Was weniger? „Wir greifen ihre Ideen immer gern auf und sind für jedes Feedback dankbar“, betont die Vizechefin der Kinderfeuerwehr.

Spielen, Sport, Kochen, Backen, kleine Experimente mit großem Wow-Effekt, Geschichten erzählen, Ausflüge zu DRK, THW, DLRG und Polizei machen – das geht immer. „Und auf Basteln stehen die Kinder auch total“, erzählt Lena Schorsch. Das trifft sich gut, denn fürs Jubiläum ist noch einiges an Deko nötig. Kein Problem, die Sechs- bis Zehnjährigen schnippeln und kleben ratzfatz Flammen aus Tonpapier. Klar, der Dienst in der Kinderfeuerwehr macht Laune. Nebenbei schulen die Kinder aber auch ihre Motorik, stärken ihr Selbstbewusstsein, bauen Ängste ab und trainieren ihr Sozialverhalten.

Aktuell habe man wegen des laufenden Umbaus in der Fahrzeughalle nur 18 Kinder aufgenommen, wolle die Gruppe aber bald wieder auf 25 aufstocken, sagt Lena Schorsch. Sechs- bis Zehnjährige aus dem Stadtgebiet, die erleben möchten, wie cool es in Gifhorns Kinderfeuerwehr zugeht, sollten sich frühzeitig anmelden. „Wir haben eine Warteliste“, empfiehlt die Vizechefin sich mit einer Vorlaufzeit von wenigstens einem Jahr registrieren zu lassen. Wer von der Warteliste nachrückt, kann drei Mal schnuppern und entscheidet dann, ob er weiterhin mitmacht oder nicht. Wer interessiert ist, schreibt eine E-Mail an kinderfeuerwehr@feuerwehr-gifhorn.de.