Land & Leute

Bärbel Kessler ist Gifhorns Super-Oma

Sophie Isabell Bremer Veröffentlicht am 30.10.19
Bärbel Kessler ist Gifhorns Super-Oma

Bärbel hat Enkel Piet (14 Monate, links) und Luan (2) liebend gern zum Spielen bei sich. Den Trubel findet sie herrlich, auf eine Ruhe ohne Kinder kann sie verzichten: „Anders kann ich mir das gar nicht vorstellen.“

Foto: Bastian Till Nowak

Für den Wettbewerb, den KURT gemeinsam mit der Gifhorner Stadthalle ausrief, wurde sie von Tochter Jennifer nominiert: „Eine bessere Oma für die Kinder und eine Mutter für uns kann man sich nicht wünschen“, schrieb sie. Ob mit Rat und Tat in Sachen Erziehung zur Seite stehen oder liebevoll und aufmerksam auf den Enkel aufpassen, damit die Tochter wieder halbtags arbeiten gehen kann – die Oma ist stets zur Stelle. KURTs Leser hat sie allemal überzeugt. Sophie Isabell Bremer und Bastian Till Nowak wollten die Super-Oma näher kennenlernen – und wurden prompt zu Kaffee, Tee und Gebäck im trauten Heim von Oma Bärbel und Opa Friedhelm eingeladen.

Als wir bei Familie Kessler eintreffen, herrscht lebhafter Trubel. Oma Bärbel und Opa Friedhelm heißen uns herzlich willkommen, dann sind ihre beiden Töchter Jennifer und Stefanie im Anmarsch – mit Säugling Liyana auf dem Arm und den Kleinkindern Piet und Luan an der Hand. Zum Foto-Shooting geht’s nach draußen: Die Enkel werden in Bommelmützen und Schühchen gepackt, dann ab in den Garten. Oma Bärbel ist sichtbar begeistert von dem Tumult. Sie strahlt und lacht, als sie ihren Enkeln Piet und Luan beim Rutschen hilft: „Auf die Plätze, fertig, los!“ Und wenn die Kinder beim Fotos machen kurzzeitig ermüden, weiß sie auch bestens Rat. „Mit Keksen geht das“, verkündet sie, saust ins Haus und zaubert etwas später Butterkekse hervor. Das sorgt für strahlende Kinderaugen! „Oma muss die Kinder auch etwas verwöhnen“, verrät sie schmunzelnd.

Drinnen wird weitergespielt – mit Äpfeln, für die sich besonders der zweijährige Luan begeistert. Der jüngere Piet beißt prompt ab, und bald rollen die Äpfel quer über den Wohnzimmerboden. Die Kinder quieken erfreut, die Mütter und Großeltern lachen. Oma Bärbel geht mit dem Trara durchwegs entspannt um. Selbst beschreibt sie sich als den ruhigen Pol der Familie. Sind ihre Töchter gestresst von der Arbeit oder erschöpft vom derzeitigen Renovieren, können sie sich immer an ihre Mutter wenden und die Kinder vorbeibringen – für die haben Opa und Oma sogar einen individuellen Klingelton eingespeichert. Gerade sitzen wir Tee trinkend im gemütlichen Wohnzimmer, als aus Opa Kesslers Handy auf einmal eine Kinderstimme ertönt, die laut drauflos brabbelt – keines der eigenen Enkelkinder, aber eigens für diese heruntergeladen. Sofort ist Friedhelm am Hörer. „So wissen wir eben, dass es ein wichtiger Anruf ist“, erklären die beiden. „Alle anderen kann man ja klingeln lassen.“ Eine sehr gute Taktik, wie wir finden.

Kommt eines von den Kindern vorbei, wird zusammen in der Spielküche gespielt, Geschichten werden vorgelesen und Bilderbücher durchgeblättert. Besonders die „Was-ist-das?“-Bücher lieben die Kinder und lernen fleißig Fahrzeug- und Tierbegriffe kennen. Zu Essen gibt’s – natürlich – geriebene Äpfel, oder Milchreis mit Zimt und Zucker. „Das ist schön süß“, lacht Oma Bärbel. „Das kriegen sie so nicht bei den Eltern.“ Und ihr allerliebster Zeitvertreib: gemeinsam Kuscheln!

Die Kesslers genießen es sichtlich, Großeltern zu sein. Die Zeit mit den Enkeln ist für sie ein wahres Geschenk. Wir haken nach: Ist da eigentlich etwas dran, dass Großeltern sein leichter sei, als Eltern zu sein? Das Ehepaar bejaht munter: „Die Kinder können abends eben wieder abgegeben werden“, grinst Bärbel.

Sie erzählt uns, dass das Kümmern um die Enkel bei ihr in der Familie liegt und an sie weitergegeben wurde. So hat sich ihre Mutter Marlis aus Hehlingen, die mittlerweile 83 Jahre alt ist, schon um die eigenen Töchter gekümmert, als sie klein waren. „Ja, es wiederholt sich“, bestätigt Bärbel.

Oma und Opa Kessler sind sich sicher: „Enkel brauchen ihre Großeltern!“ So ist es ihre liebste Tradition, den Heiligabend zusammen mit der ganzen Familie zu verbringen. Auch kocht Oma Bärbel gerne für die gesamte Familie. Treffpunkt ist das Einfamilienhaus der Kesslers an der Borkumer Straße – die gebürtigen Wolfsburger leben hier seit 34 Jahren. Tochter Stefanie wohnt nebenan, Tochter Jennifer nur zehn Gehminuten mit dem Kinderwagen entfernt. Schnell ist die ganze Familie zusammengetrommelt.

Jennifer (von links), Enkelin Liyana, Stefanie, Opa Friedhelm mit Luan, Piet auf der Rutsche und die Super-Oma Bärbel Kessler.

Foto: Bastian Till Nowak

Falls das Super-Oma-sein doch mal zu anstrengend wird, nehmen sich die Großeltern eine Auszeit mit dem Wohnmobil: Gerne reisen sie innerhalb von Deutschland, aber auch nach Frankreich oder an die portugiesische Algarve. So kann Bärbel für den Kindertrubel wieder ordentlich Kräfte tanken. Doch selbst im Urlaub klingelt das Handy zuweilen mit alltäglichen Notrufen der Töchter: „Manchmal frage ich mich echt, wie sie das ohne uns schaffen würden“, lacht Bärbel. Und auch mit den Enkeln ist eine Tour mit dem Wohnmobil geplant, wenn die Kleinen alt genug sind.

Eines wollen wir noch unbedingt wissen: Was hält Oma Bärbel eigentlich von ihrem frisch gewonnenen Titel der Super-Oma? Sie lacht, als wir sie damit konfrontieren. Die Bezeichnung nimmt sie mit Humor: „Eine Super-Oma ist eigentlich jede Oma.“ Dass die Aktion von KURT und der Gifhorner Stadthalle den Fokus auf das Familienleben lenkt, findet das Ehepaar gut. Heutzutage sei vieles anders in Sachen Erziehung, Arbeitsteilung und Familienleben. Aber eines bleibt: Das Wohl der Kinder ist am wichtigsten, wissen die Großeltern.

Auch Tochter Jennifer lobt die Aktion: Die Themen rund um Kinder und Fürsorge bewegen. „Viele Menschen kommen durch die Aktion ins Gespräch und tauschen Erfahrungen aus“, so Jennifer. Ihr ist es wichtig, auch die Anstrengung hinter der Kindererziehung publik zu machen: „Das ist nicht zu unterschätzen.“ Somit entschieden ihre Schwester Stefanie und sie, ihre Mutter für ihren bedeutsamen Einsatz als Super-Oma zu nominieren – davon verrieten sie ihr aber nichts.

Von der Nominierung erfuhr Oma Bärbel nämlich erst, als sie sich selbst im KURT entdeckte. „Ich stand total neben mir!“, erzählt sie. „Das war wirklich überraschend.“ Aber auch ein Grund zur Freude: „Dass mich meine Tochter auch als super Mama sieht, das hat mich wirklich berührt“, verrät Oma Bärbel. „Da standen mir schon die Tränen in den Augen. Es so zu lesen, ist noch mal was ganz anderes. Das ist mehr als ein Blumenstrauß...“ Und als sie sich im letzten Satz ihrer Tochter dann auch noch als „verrückte Oma“ beschrieben sah, musste sie herzlich lachen: „Ja, das stimmt tatsächlich.“

Auf ihre Nominierung wurde Oma Bärbel dann auch von zahlreichen Bekannten angesprochen – ob in der Stadt im Modegeschäft oder aus dem offenen Fahrerfenster von Freundinnen. Überall her erschallte es laut: „Naaaaaa, Super-Oma!“

Und schließlich gewann Bärbel Kessler den Super-Oma-Titel mit 220 von insgesamt 397 Stimmen, die KURT per E-Mail und Facebook-Voting erreichten. Weil die Enkelkinder für den ausgelobten Erlebnis-Tag in der Stadthalle noch zu klein sind, wird es eine andere Überraschung für die ganze Familie geben. Und selbstverständlich ist auch Großmutter Klawitter – die auch von der Jury ausgewählt wurde und bei der Super-Oma-Abstimmung die zweitmeisten Stimmen erhielt – eine super Oma! Auch für sie wird es noch eine Überraschung von KURT und der Gifhorner Stadthalle geben.