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Aktion Fischotterschutz - Naturschutz-Projekt des Hankensbütteler Vereins findet bundesweite Anerkennung

Redaktion Veröffentlicht am 18.09.2020
Aktion Fischotterschutz - Naturschutz-Projekt des Hankensbütteler Vereins findet bundesweite Anerkennung

Bei einer gemeinsamen Begehung mit der Expertenjury und den Projektbeteiligten wurden die Maßnahmen am Gohbach vorgestellt, begutachtet und diskutiert.

Foto: Aktion Fischotterschutz

Das von der Aktion Fischotterschutz initiierte Gewässerprojekt zur naturnäheren Entwicklung des Gohbachs in Luttum/Weitzmühlen im Landkreis Verden wurde kürzlich von einer landesweiten Expertenjury begutachtet, das teilte der Verein, dessen Hauptsitz am Hankensbütteler Otter-Zentrum ist, in einer Pressemitteilung mit. Nach einer Bewerbung beim diesjährigen niedersächsischen Gewässerwettbewerb „Bach im Fluss“ gehöre es zu den elf ausgewählten Beiträgen, die bereist werden.

Auf Initiative der Aktion Fischotterschutz wurde 2018 in Kooperation mit den lokalen Akteuren und verschiedenen Mittelgebern der einst ausgebaute und monotone Gohbach auf 700 Meter Länge mit verschiedenen Maßnahmen ökologisch aufgewertet, heißt es in der Mitteilung. Hierbei stellten Flächeneigentümer kostenfrei Uferrandstreifen zur Verfügung, so dass der gradlinige Verlauf durch Strömungslenker und Uferabflachungen strukturreicher gestaltet werden konnte. Zusätzliche Kiesbetten, Kolke, Raubäume und Wurzelteller wurden eingebaut.

Zusammen mit der Jägerschaft, dem Nabu Verden und dem Landkreis Verden wurde Erlenwildwuchs ausgegraben und an die Ufer gepflanzt, um langfristig eine Beschattung des Fließgewässers zu erreichen. Wo vorher ein sandiges und monotones Gewässer floss, welches nur wenigen Tieren einen Lebensraum bot, haben sich heute vielfältige, naturnahe Strukturen entwickelt. Die Kiesbetten bilden nun Laichhabitate für kies- und strömungsliebende Fischarten, wie zum Beispiel Bachforelle, Elritze und Bachneunauge, sowie Lebensräume für eine Vielzahl an Kleinstlebewesen.

Die verschiedenen Totholzelemente, wie zum Beispiel Wurzelstubben oder Raubäume, sorgen für neue Biotopstrukturen in dem eintönigen Flusslauf und bilden Strömungsschatten und Standplätze für Klein- und Jungfische. Die angepflanzten Erlen haben sich prächtig entwickelt und führen langfristig zu einer Beschattung des Gewässers.

Durch Einbau von Totholz und Kies wurde die Strukturvielfalt im Gohbach erhöht.

Foto: Aktion Fischotterschutz

Um dieses große Revitalisierungsprojekt umsetzen zu können, war die Zustimmung der Flächeneigentümer und die Unterstützung vieler Akteure, wie zum Beispiel des Goh-Bach-Verbandes, der Naturschutz- und Wasserbehörden sowie der Bewirtschafter und Landwirte eine Grundvoraussetzung. Weiterhin konnten von der Aktion Fischotterschutz verschiedene Mittelgeber akquiriert werden, um die Umsetzung der gesamten Maßnahmen zu realisieren. So wurde ein 300 Meter langer Gewässerabschnitt über das Aller-Projekt der Aktion Fischotterschutz, finanziert vom Bundesamt für Naturschutz und der Volkswagen AG, umgesetzt; die Revitalisierung auf 310 Meter wurde über die Niedersächsische BINGO Umweltstiftung und dem Landkreis Verden übernommen, und weitere 70 Meter über die Postcode Lotterie und dem Nabu Kirchlinteln, der hierfür die Trägerschaft übernahm.

Die gute Zusammenarbeit der vielen verschiedenen Akteure sowie die aktive Unterstützung von Anliegern und den örtlichen Landwirten, die zur Umsetzung der Maßnahme beigetragen haben, habe die Jury beeindruckt. Zusammen mit der siebenköpfigen Jury, den Projektbeteiligten und der Presse wurde die Maßnahme am Gohbach begutachtet.

Der Gewässerwettbewerb habe zum Ziel, die Gewässerentwicklung in Niedersachsen zu fördern, gelungene Projekte der Fließgewässerentwicklung öffentlich zu präsentieren und die Vorbildfunktion guter Projekte zu nutzen. Gerade vor dem Hintergrund der EG-Wasserrahmenrichtlinie und dem angestrebten Ziel, den guten ökologischen und chemischen Zustand der niedersächsischen Bäche und Flüsse zu erreichen, sei dies von großer Bedeutung.

2020 findet der Wettbewerb schon zum sechsten Mal statt. Träger sind das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz sowie die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens. Die Gewinner*innen des Wettbewerbs sollen im Rahmen der Preisverleihung, die im November in Hannover stattfindet, ausgezeichnet werden. Als Hauptpreise werde die Niedersächsische Bachperle jeweils in den Kategorien Hauptamt und Ehrenamt vom Niedersächsischen Umweltminister Olaf Lies überreicht. Auch dieses Jahr werde es einen Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung geben.